© Opitz, Wolfgang
Mahonien-Strauch mit reichem Beerenschmuck.
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Oktober 2006 Während uns im Frühjahr nach den tristen Wintermonaten viele Bäume und Sträucher mit ihrer farbigen Blütenpracht erfreuen, zünden sie im Herbst noch einmal mit ihrer auffälligen Laubfärbung von Gelb über Orange, Rot und Violett bis Braun ein buntes Feuerwerk. Nichts prägt für uns die herbstliche Jahreszeit so stark, wie die bunt gefärbte Landschaft. Der Grund für diese Veränderung liegt in unserem Klima. In unseren Breitengraden können die meisten Laubgehölze in den winterlichen Temperaturen, im Gegensatz zu den tropischen Gebieten, nicht überleben. Bevor sie jedoch ihre frostempfindlichen Blätter abstoßen, werden die Nährstoffe aus den Blättern abgezogen und in der Pflanze während der
Ruhephase gespeichert.
Diese chemischen Abbau- und Umlagerungsvorgänge bewirken die Verfärbung der Blätter. So wird die Bildung des roten Farbstoffes Anthozyan, den wir zum Beispiel in der Mohnblüte finden, gefördert, wenn durch niedrige Nachttemperaturen der Abtransport der tagsüber gebildeten Zuckermoleküle aus den Blättern gehemmt wird. Daher gibt es die intensivsten Rotfärbungen beim Wechsel von sonnigen Tagen mit kalten Nächten. Für die gelben Farbtöne in den Blättern sind die Karotine verantwortlich. Sie kommen zum Vorschein, wenn die grünen Chlorophyll-Farbstoffe abgebaut sind, von denen sie vorher überdeckt wurden.
Farbiger Herbst auch im Garten
Eine von bunten Blättern geprägte Farbkulisse können wir auch in unserem Garten verwirklichen. Es gibt eine ganze Reihe von Gehölzen, die sich durch eine schöne Herbstfärbung auszeichnen. Bei der Pflanzung sollten wir beachten, dass die Färbung in sonnigen und halbsonnigen Lagen am intensivsten ist.
Herausragend mit ihrer breiten Farbpalette sind die verschiedenen Ahorn-Arten, die zum Beispiel in Nord-Amerika als Indian Summer ganzen Landschaften ihren Farbstempel aufdrücken. Zuerst ist auf die besonders schöne, leuchtend-orangerote bis feurig-weinrote Herbstfärbung des Eisenhutblättrigen Japan-Ahorns (Acer japonicum "Aconitifolium), der etwa 3 bis 4 m hoch wird, hinzuweisen.
Gut geeignet für Hausgärten ist auch der die gleiche Größe erreichende Fächer-Ahorn (Acer palmatum) mit orangem bis rotem Herbstlaub. Besonders die Fächer-Ahornsorte "Osakazuki" färbt sich jedes Jahr sehr schön von Dunkelorange bis leuchtend Karminrot. Dazu kommt, dass bei dieser Sorte das Laub relativ spät abfällt. Wegen seiner beeindruckenden goldgelben bis feuerroten Herbstfärbung ist auch auf den 5 bis 7 m hoch wachsenden Feuer-Ahorn (Acer ginnala) hinzuweisen.
Die Felsenbirne (Amelanchier), die je nach Sorte 3 bis 6 m hoch wird, empfiehlt sich gleich in dreifacher Hinsicht. Neben den schönen weißen Blüten im Frühjahr trägt sie im Sommer blauschwarze Beerenfrüchte, die gern von Vögeln genommen werden und glänzt nicht zuletzt im Herbst mit einer prachtvollen gelben, orangen bis roten Herbstfärbung.
Mit seinen intensiven orangen bis feurigroten Blättern und den kolbenartigen Früchten fällt im Herbst der Essigbaum (Rhus glabra und Rhus typhina) ins Auge. Da der Baum Ausläufer bildet, muss man diese immer wieder entfernen, wenn sie sich nicht im Garten ausbreiten sollen.
Etwas Außergewöhnliches in Bezug auf die Herbstfärbung ist das Pfaffenhütchen. Die Blätter von Euonymus alatus machen mit ihrer einmaligen lilaroten Tönung auf sich aufmerksam. Demgegenüber zeichnet sich Euonymus europaea durch gelbe bis rote Blätter und einen reichen Fruchtschmuck aus. Die attraktiven Früchte sind allerdings stark giftig.
Mit einem glänzenden Weinrot, aber auch Gelborange bereichert der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) das herbstliche Farbenspiel. Dieser anspruchslose Strauch kann gut für lockere Grenzbepflanzungen und als sogenannter Deckstrauch für rückwärtige Bepflanzungen verwendet werden.
Die Mahonie (Mahonia aquifolium) zeigt sich im Herbst in doppelter Schönheit - mit gelben bis dunkelroten Blättern und blauen Beeren, die als Vogelnahrung sehr begehrt sind. Der bis 1 m hoch werdende Strauch eignet sich für niedrige Einfassungen und gedeiht auch noch im lichten Schatten größerer Bäume.
Ebereschen fallen im Spätsommer und Herbst zunächst durch ihre roten Früchte auf. Einige Arten machen jedoch zusätzlich durch eine intensive Herbstfärbung auf sich aufmerksam. So färben sich die Blätter von Sorbus aucuparia prachtvoll gelb bis orangerot. Mit ihrem tiefen Orangerot kann man der Späten Vogelbeere (Sorbus serotina) die wohl schönste Laubfärbung unter den Ebereschen zusprechen. Positiv ist auch, dass ihre Blätter lange, oft bis Mitte November, an den Zweigen haften.
Ein beeindruckendes farbliches Feuerwerk zündet im Herbst auch der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia). Dieser mittels Haftscheiben rasch emporwachsende, robuste Selbstklimmer kann Höhen von 10 bis 15 (20) m erreichen. Er ist vielseitig verwendbar und eignet sich zur Bekleidung von Wänden, Pergolen, Mauern und auch alten Bäumen.
P. quinquefolia hat eine scharlach- bis braunrote und die Sorte "Engelmannii" eine prächtig dunkelrote Herbstfärbung. Gern gepflanzt wird auch P. tricuspidata "Veitchii", mit ihrem breiten Farbspiel von Gelborange über scharlachrot bis Dunkelkarmin.