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Autor
Dagner, Gerd

Vogel des Jahres 2006 - Der Kleiber


Februar 2006 Verbände und Organisationen, welche sich dem Schutz der heimischen Natur verschrieben haben, ernennen von Herbst bis Winter für das Folgejahr Biotope, Pflanzen und Tiere für besonders schützenswürdig. Sie möchten damit auf Besonderheiten der Arten und Lebensräume, sowie deren Gefährdung aufmerksam machen.

Kleiber (Sitta europaea) sind lebhafte Vögel, die an Bäumen herumklettern und als einzige Vögel Mitteleuropas mit dem Kopf voran an Baumstämmen abwärts klettern können. Sie lieben lichte Wälder, Gärten, Parkanlagen, auch Nadelhochwälder und kommen im Winter gerne an die Futterplätze.

Als Höhlenbrüter beziehen sie zur Brutzeit Spechtlöcher und Nistkästen. Das Einschlupfloch wird mit mit Speichel durchmischten Lehmkügelchen beklebt (der Name Kleiber) bis eine lichte Weite von 28 mm offen bleibt. Dieser Trieb ist so stark entwickelt, dass auf alle Fälle geklebt wird, selbst dort, wo das normale Maß bereits vorhanden ist. Es wird eben einfach innen und außen daraufgemauert. Als Nistmaterial wird zersplissene Kiefernrinde verwendet und in großen Mengen eingetragen.
Die sechs, sieben und gelegentlich noch mehr Eier werden oft erst im Mai gelegt. Auch die Jungen sitzen verhältnismäßig lange im Nest, bis zu vier Wochen, sind dann allerdings voll flugfähig. Den Sommer über werden Insekten aller Entwicklungsstadien gefressen, ab Herbst Sämereien aller Art. Bucheckern und Haselnüsse werden nach Spechtart mit kräftigen Meißelhieben bearbeitet, bis der Kern frei liegt. Nach Meisenart pressen sie kleine Samen mit den Fußsohlen an Zweige und hacken sie auf. Daher wohl auch der Name "Spechtmeise". Kleiber sind sehr lautfreudig. Die Locktöne "sitt sitt" deuten ihren lateinischen Namen. Sehr auffallend und laut sind die schmetternden Frühjahresrufe "tüit tüit tütütüt", doch selbst Kenner überraschen sie immer wieder mit neuen Rufen, die alle besonders temperamentvoll und schmissig vorgetragen werden.

Erwachsene Kleiber besitzen einen meißelförmigen Schnabel, einen kurzen Schwanz und einen auffallenden schwarzen Augenstreif. Die Oberseite ist blaugrau, die Kehle weiß, Brust- und Bauchgefieder beige bis rostfarben.

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