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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Schmidt, Joachim

Frühling im Wintergarten


Wintergarten
© Schmidt, Joachim
Frühling im Wintergarten
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Februar 2006 Kleine Grundstücke, kühles Klima. Der Wintergarten hat nicht nur im Winter Saison. Ganzjährig kann hier der Blumen- und Pflanzenfreund ein Hobby pflegen, das mehr Freude macht als Arbeit erfordert. Wer ein grünes Wohnzimmer will, muss jedoch die richtigen Pflanzen wählen, und auch Geld fürs Heizen ausgeben.

Die schönsten Wintergärten findet man in Süd-England. Nicht ohne Grund, denn der Golfstrom sorgt dort auch im Winter für Temperaturen, die nur selten unter den Gefrierpunkt fallen.

So kommt es, dass englische Wintergärten Vorbild auch für viele Glashäuser in Deutschland sind und den Wunsch nach einem romantischen und üppig begrünten Wintergarten wecken. Doch was in England funktioniert macht hierzulande nicht selten Probleme.

Je farbenprächtiger und üppiger Pflanzen blühen und wachsen, desto mehr Wärme und Licht brauchen sie dafür. Und auch viel frische Luft, denn nur so wird die feuchte Luft mit dem von den Pflanzen verdunsteten Gießwasser abgeführt und das Klima bleibt "gesund".

Wintergärten in Deutschland müssen deshalb viel besser wärmegedämmt sein als in England und auch aus korrosionsfesten Bauteilen bestehen, damit in der feuchtwarmen Raumluft nichts fault oder rostet.

Es reicht also nicht aus, sich einen üppig begrünten Wintergarten zu wünschen, man muss sich auch der Bau- und Heizprobleme bewusst sein. Dann jedoch kann das grüne Glashaus durch tägliche Freude an schönen Pflanzen und neuen Blüten für den Aufwand entschädigen und den Winter fast vergessen lassen.

Glashäuser zeigen Extreme. In der Nacht kühlen sie durch ihre großen Glasflächen schnell aus, denn ihnen fehlt das wärmespeichernde Mauerwerk. Am Tag hingegen genügt auch im Winter schon eine halbe Stunde Sonnenschein, um die Temperaturen sprunghaft ansteigen zu lassen.

Grund dafür ist der Treibhauseffekt, der hinter allen Glasflächen wirkt. Bekannt ist er schon seit Jahrhunderten, aber erst Max Planck, der berühmte Nobelpreisträger, hat ihn erstmalig physikalisch erklärt: Die eingestrahlte Sonnenwärme kann Glasscheiben fast verlustlos durchdringen und das Innere des Glashauses aufheizen. Der Rückweg ist der Wärme dann allerdings versperrt, weil die erwärmten Flächen und Pflanzen im Gewächshaus in einer Wellenlänge zurückstrahlen, die von den Glasscheiben reflektiert und somit eingefangen wird.

Diese Physik sollte man sich deshalb auch beim Heizen zunutze machen und eine Strahlungsheizung (Heizplatten oder Fußbodenheizung) einbauen. Das führt zu deutlich geringeren Heizkosten.

Nun braucht aber nicht jeder ein tropisch feuchtes Gewächshaus, um Spaß an exotischen Pflanzen zu haben. Viele bekannte Zimmerpflanzen vertragen die trockene Wohnzimmerluft problemlos und auch Standorte mit extremen Temperaturunterschieden, beispielsweise vor der "kalten" Fensterscheibe auf der Fensterbank über dem vergleichsweise heißen Heizkörper. Verhältnisse wie sie auch in Wüstenregionen herrschen. Als echte "Zimmerhelden" bezeichnet Gartenexperte Siegfried Stein, der uns all die schönen Fotos zur Verfügung stellte, die Palmenlilie (auch als Yucca elephantipis) bekannt und auch den Drachenbaum (Dracaena sanderiana). Sie brauchen kaum Wasser und kommen mit wenig Licht aus. Auch die Schusterpalme (Aspidistra elatior) unserer Großeltern kommt im Wintergarten wieder zu Ehren und kann sich hier richtig auswachsen. Gleichermaßen Begonien und Geranien.

Wem die Heizkosten wichtig sind, der ist mit einem Kalt-Wintergarten und Raumtemperaturen um 8 Grad besser bedient. Doch der kann im Winter nur zum Anschauen dienen, wobei das allerdings nur für die Zeit von Mitte November bis Mitte März gilt. In den anderen Monaten sorgt allein die Sonnenstrahlung für ausreichende Temperaturen.

Palmen, Yucca, aber auch Kamelien und Zitrusgewächse gedeihen in diesem Klima gut und machen während der Wintermonate kaum Arbeit. Kalte Wintergärten werden gern als Terrassen-Ersatz genutzt und dienen auch als frostfreies Winterlager für Kübelpflanzen. Auch hier kann nicht ganzjährig gewohnt werden.

Wer einen Wintergarten will, kommt um zusätzliche Kosten nicht herum. Energiesparer, wie immer wieder behauptet wird, sind diese Glashäuser nicht. Sie müssen in unseren Breiten beheizt werden. Dafür wird man jedoch mehr als entschädigt. Mit einem Stück eigener Natur, für deren Anblick man nicht erst auf weite Reisen gehen muss.

nach oben Wintergarten-Klimatisierung mit Wärme aus der Erde

Wintergarten-Klimatisierung mit Wärme aus der Erde
Wintergarten-Klimatisierung mit Wärme aus der Erde
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In modernen Glashäusern müssen große Lüftungsklappen die Luft abführen damit es weder zu heiß noch zu feucht wird. Dieses Problem hat der Wintergartenhersteller Schenjesse schon seit Jahren mit einem faszinierend einfachen System gelöst. Effizient und energiesparend.

Im Erdreich unter Bauwerken herrscht übers ganze Jahr eine "Kellertemperatur" von rund 8 bis 10 Grad. Im Winter ist das vergleichsweise warm, im Sommer hingegen kühl. Dieser Unterschied wird von Schenjesse physikalisch genutzt. Mit einem Kanalsystem aus wärme- und feuchtespeichernder Keramik unter dem Fußboden des Wintergartens. In diesen Luftkanälen wird ganzjährig das Klima für den Wintergarten "aufbereitet". Im Sommer wird die heiße Luft unter dem Glasdach abgesogen, im Steinspeicher unter dem Boden gekühlt und entfeuchtet und wieder dem Innenraum zugeführt. Im Winter hingegen wird kalte und trockene Luft von außen angesogen und in den 10 Grad warmen Bodenkanälen vorgewärmt und befeuchtet. Alles mit Erdwärme und ohne Heizung.

Ein Beispiel dafür, dass auch ohne aufwändige Technik ein Raumklima geschaffen werden kann, dass im Sommer nicht tropisch feucht und Winter nicht "gefriergetrocknet" ist.

nach oben Vorsicht mit Zusatz-Heizung

Immer wieder passieren Unfälle mit Heizlüftern und Gasheizern. Hier ein paar Tipps zum Schutz der Gesundheit und von Haus und Hof.

Obwohl die Zeiten, da unsere Großeltern mit dem geöffneten Gasbackofen auch kurzzeitig die Küche heizten, lange vorbei sind, passieren immer wieder Unfälle mit Zusatzheizern aufgrund von Unwissenheit und Sorglosigkeit.

Modernes Erdgas ist zwar ungiftig, gleichwohl verbrauchen Gasflammen Sauerstoff und produzieren mit ihren Abgasen große Mengen unsichtbaren Wasserdampf.

Offene Gasflammen in der Miniküche führen zwar nicht gleich zum Klima-Kollaps, machen aber das Atmen schwerer und können feuchte Flecken in unbelüfteten und kalten Raumecken bewirken. Ein paar Tipps unserer Großeltern sollten deshalb nicht vergessen werden:

Wer viel mit Gas kocht, sollte seine Küche immer gut belüften. Gleiches gilt auch für Minibäder und Duschkabinen in denen eine (alte) Gastherme eingebaut ist. Auch hier können beim Duschen die Gasflammen des Durchlauferhitzers dem Raum Sauerstoff entziehen und das Atmen beeinträchtigen. Die Belüftungsschlitze und -gitter in den Türen müssen deshalb frei sein.
An kalten Tagen werden zusätzlich zur Wohnungsheizung gern elektrische Heizlüfter angestellt, um mehr Behaglichkeit zu schaffen. Das ist grundsätzlich kein Vorteil. Elektrisches Heizen ist bis zu fünfmal teurer als Wärme aus der Heizung. Auch sind die elektrischen Zuleitungen und Doppelstecker nicht immer der Belastung gewachsen. Wenn Kabel und Stecker heiß werden, ist dies ein deutliches Warnsignal zum Abstellen.

Viel wirkungsvoller und angenehmer als Heizlüfter sind Heizstrahler oder Wärmewellengeräte. Sie bestrahlen den Körper effizient mit Wärme. Die warme Luft aus Heizlüftern steigt hingegen sofort unter die Raumdecke.

Auch für elektrische Zusatzheizer gilt: Sie sollten grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt betrieben werden.

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