Februar 2006 Wenn sich die Regale bald wieder mit bunten Saatgut-Tüten füllen, lohnt es sich für den Freizeitgemüsebauer auf jeden Fall, sein Augenmerk auf "robuste" Sorten zu richten. Denn unsere Gemüsepflanzen werden bekanntlich oft genug von Organismen heimgesucht, die auf und von ihnen leben (Schädlinge, Krankheiten).
Zu deren Abwendung hat die Züchtung bei verschiedenen Arten und Sorten durch eingekreuzte Widerstandsfähigkeit längst einen ansehnlichen Beitrag geleistet. Unterschieden wird dabei zwischen:
- Anfälligkeit: Die Pflanzen der betreffenden Sorte besitzen keinerlei Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Schädlinge oder Krankheiten, leiden also mehr oder weniger stark unter ihnen.
- Immunität: Pflanzen einer immunen Sorte sind unempfindlich gegenüber Beeinträchtigungen durch spezifische Krankheitserreger oder Schädlinge.
- Resistenz ist die Fähigkeit der Pflanzen einer Sorte, die Entwicklung bestimmter Schädlinge oder Krankheitserreger während eines Teils oder der Gesamtdauer der Vegetationsperiode zu verhindern oder zu begrenzen. Dabei werden oft verschiedene Resistenzgrade umrissen (z.B. gegen gewisse Rassen des Falschen Mehltaus beim Salat oder Spinat).
- Toleranz bezeichnet die erbliche Gabe der Gewächse einer Sorte, das Auftreten bestimmter Parasiten zu ertragen (tolerieren), ohne dadurch selbst spürbaren qualitätsmindernden Schaden (Wachstum, Aussehen, Ertrag) zu erleiden.
Aber nicht nur im Zusammenhang mit Krankheiten und Schädlingen, sondern auch mit Bezug auf die Neigung von Pflanzen zum Schossen, Platzen, Pelzig-/Holzigwerden wird öfter von Resistenz oder Toleranz gesprochen.
Immune, resistente oder tolerante Sorten bedürfen keiner oder ggf. nur reduzierter "einschlägiger" Pflanzenschutzmaßnahmen. Sie erleichtern dem Gemüsebauer die Kultur, tragen zur Ertragssicherheit und zum Umweltschutz bei. Der Blick in einen verfügbaren Katalog zeigt Gemüsearten, bei denen z.T. solche Züchtungserfolge erzielt wurden. Es handelt sich um Sorten verschiedener Kohlarten, von Gurken, Salat (Kopf-/Eissalat), Paprika, Radieschen, Tomaten, Buschbohnen, Erbsen, Spinat und Zucchini. Und die Widerstandskraft richtet sich bei ihnen - jeweils unterschiedlich - gegen Falschen Mehltau, Echten Mehltau, Fusarium, Verticillium, in einem Falle (Chinakohl) gegen Kohlhernie, Mosaikkrankheiten (Viren),
Fett-, Brennfleckenkrankheit u.a.m. Damit ist aber weder die Aufstellung der resistenten/toleranten Gemüsearten noch diejenige der Krankheiten/
Schädlinge, gegen die die Sorten unempfindlich sind, vollständig. Andere Zuchtfirmen haben Porree, Zwiebeln, Feldsalat und weitere im Angebot. Wurzellausresistente sowie jüngst auch Salatblattlaus- (Große Johannisbeerblattlaus)-resistente Salatsorten sind ebenfalls auf dem Markt. Die Zucht möhrenfliegenwiderstandsfähiger Mohrrüben ist "in der Mache" und, und, und.