Januar 2006 In der damaligen Forschungsanstalt Geisenheim wurden in den 30er Jahren verschiedene Herkünfte aus dem deutschsprachigen Raum und den Nachbarländern aufgepflanzt und auf ihre Eignung für den Anbau geprüft. Aus diesen langjährigen Arbeiten haben sich die folgenden Sorten herauskristallisiert. Sie tragen anstatt Namen Nummern. Die ernstzunehmenden Baumschulen arbeiten meistens eng mit Geisenheim zusammen, so dass Sortenechtheit und Gesundheit gegeben sind.
Nr. 26, ursprünglich aus der dortigen Umgebung stammend. Mittelstarkwachsender Baum mit flachkugeliger Krone, Früchte mittelgroß, auch ohne Befruchtung fruchtend. Spät austreibend, daher weniger spätfrostgefährdet. Geschmacklich gut bewertet.
Nr. 139, eine Selektion, die ursprünglich von der Bergstraße stammt, ist für warme, spätfrostfreie Standorte geeignet. Der Baum bildet mäßiggroße kugelförmige Kronen, die mittelgroßen Früchte fallen durch ihre breite Form auf. Kann ebenfalls ohne Befruchtung Nüsse ansetzen. An geeigneten Standorten eine wertvolle Sorte.
Die Sorte
Nr. 286 stammt aus dem Spreewald. Sie stellt für sichere Erträge etwas höhere Anforderungen an den Standort, macht dann große Kronen und reift früh. Ihr wird ein besonders gutes Aroma nachgesagt.
Nr. 1247 wurde in der Kurmark gefunden und in Geisenheim selektiert. Sie stellt ebenfalls höhere Bedingungen für gutes Gedeihen und bildet dann sehr große Kronen. Wegen des frühen Austriebs und der damit verbundenen Spätfrostanfälligkeit scheiden Tallagen aus. Sonst gilt sie als recht gesund.
Die
Weinsberg I oder auch
Nr. 251 fordert Weinklima und gute durchlässige Böden, um ihre volle Leistung zu zeigen. Dann aber bringt sie große Nüsse, die wegen ihrer dünnen Schale leicht zu öffnen sind. Das ist aber zugleich ihr Nachteil, denn in sonnenarmen Jahren entstehen nur sehr dünne, papierartige Schalen. Die Kronen sind relativ klein und sind deswegen für Haus- und Kleingärten geeignet, sofern das Klima es zulässt.
Aus Ungarn stammt die Sorte
Esterhazy II. Sie wächst, wie die meisten Sorten, mittelstark und bringt sichere Erträge, wenn ihr die Standortverhältnisse zusagen. Die recht großen Nüsse haben meist eine dünne Schale. Auf trockenen und warmen Standorten eine wertvolle Sorte, die auch ohne Befruchtung Ernten bringen kann.
Bei allen bisher genannten Sorten finden wir die Haut um den Kern in gelber Farbe vor. Aus dem Donautal stammt eine Sorte mit auffallend roter Fruchthaut. Es ist die
Nr. 1239, auch
Rote Donaunuss genannt. Der stark- und hochwachsende Baum trägt früh und reichlich Nüsse, die leicht zu öffnen sind und durch ein gutes Aroma auffallen.
Im Gegensatz zu allen anderen Obstarten sollen Nüsse abfallen, weil sie erst dann die volle Reife haben. Walnüsse platzen aus der sie umgebenden grünen Schale und fallen dann zu Boden. Nach dem Aufsammeln kann man sie in kaltem Wasser waschen und an der Luft trocknen lassen. Dabei werden sie täglich gewendet. Verbliebene Feuchtigkeit zieht zwangsläufig Schimmel oder Fäulnis nach sich. Aufbewahrt werden sie an einem luftigen Ort, um einem eventuellen muffigen Geschmack vorzubeugen. Mäuse, Meisen und Eichhörnchen haben sehr schnell einen Weg dorthin gefunden!
Als Ursache für Schäden ist bereits der Frost in all seinen Formen genannt. In nassen Jahren kann die Pilzkrankheit Marssonina auf Blättern und den grünen Hüllen um die Früchte dunkelbraune Flecken verursachen. Als Folge löst sich die grüne Schale nicht von der Frucht. Der Kern bleibt meist unberührt. Ähnlich sieht eine von Bakterien verursachte Schädigung aus, bei der aber der Kern völlig zerstört wird. Beide lassen sich durch Kupfermittel eingrenzen, sofern man die oberen Kronenteile erreicht.
Der Markt bietet - jährlich wechselnd - verschiedene Herkünfte an. Das unterste Preisniveau bilden chinesische Herkünfte. Nicht nur ihre geringe Größe sind die Ursache, sondern der oft mit der Schale eng verbundene Kern lässt das Knacken mühselig werden. Viele Jahre waren die kalifornischen Walnüsse mit der Marke 'Diamant’ beliebt. Das weitläufige Anbaugebiet weicht in zunehmendem Maße den größer werdenden Städten. Bleibt noch als gute Provenienz die 'Grenoble’ aus dem Bergland der gleichnamigen französischen Stadt.
Ein Walnussbaum gehört sicher nicht in jeden Garten. Wenn aber der Platz dafür vorhanden ist, stellt er einen Blickfang dar, in dessen Schatten man vor fliegendem Getier meist sicher ist. Die Verdunstung seiner ätherischen Öle hält Insekten ab. Deshalb findet man auf Bauernhöfen häufig vor dem Kücheneingang einen Walnussbaum.