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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Titze, Winfried

Rosenkohl lässt die "Ohren" hängen


Dezember 2005 Sie kennen das veränderte Erscheinungsbild des Rosenkohls bei Frost: Er präsentiert sich mit abgesenktem Laub, die Einzelpflanze wirkt deutlich schlanker. Auf diese Weise bietet er den Röschen Schutz vor den Tieftemperaturen.

Doch die Pflanze weiß nichts davon, dass sie diese Mission erfüllt (Grünkohl tut es nämlich ähnlich und braucht "nichts" zu beschirmen). Sie reagiert vielmehr auf äußere Reize. Mit dem Herunterstellen der Blätter beugt sie in erster Linie allgemeinen Frostschäden und der Verdunstungsverringerung (= Wasserverlust und damit dem Vertrocknen) vor. Frostschäden können durch niedrige Lufttemperaturen und durch Abstrahlung verursacht werden. Da die Abstrahlung bei oberen Blattschichten und annähernd waagerecht stehenden Blättern besonders stark ist, wäre das sich so darbietende Laub beachtlich mehr gefährdet. Also lässt die Pflanze es sinnvollerweise hängen. Dabei ändert sich auch die auf das Laub einwirkende Lichtintensität. Während stärkeres Licht die Spaltöffnungen, die in der Oberhaut der Blätter (Epidermis), insbesondere an deren Unterseiten sitzen, öffnet und die Verdunstung beflügelt, verlangsamt eine schwächere Strahlungsintensität diesen Vorgang. Auch die Angriffsfläche gegenüber Luftbewegungen (Wind) wird bei einer schlanken Pflanze verringert, die Transpiration reduziert, die Gefahr des Vertrocknens eingeschränkt. Das ist besonders bei gefrorenen Böden und dem damit verbundenen schlechten Wassernachschub bedeutungsvoll.

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