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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Niller, Ernst

Das Kleingewächshaus im November


November 2005 Immer häufiger finden sich späte Gemüsekulturen, voran Endivie, Feldsalat, Spinat und Winterportulak, im Spätherbst auch im unbeheizten Gewächshaus. Soll die Ernte gut ausfallen, sind nicht nur ganz bestimmte Saat- und Pflanztermine einzuhalten, auch Klimabedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine wesentliche Rolle.

Dem Wachstum sind durch das fehlende Licht Grenzen gesetzt. Es kann nicht durch Wärme ausgeglichen werden. Eine verstärkte Wärmezufuhr würde nur das Pilzwachstum fördern, wofür die Pflanzen jetzt besonders anfällig sind. Deshalb vorbeugend bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt, vor allem auch an warmen und sonnigen Tagen, die Fenster und Türen öffnen und den Kulturen viel frische Luft zukommen lassen. Der Wasserverbrauch ist um diese Zeit sehr gering. Bei Bedarf nur an sonnigen Tagen ausgiebig wässern. Wichtig ist, dass die Gemüse wieder schnell abtrocknen.

nach oben Gemüselagerung im Gewächshaus

Nicht bestellte Flächen im Haus, soweit es nicht beheizt wird, lassen sich gut für eine längere Lagerung von Gemüse nutzen. Insbesondere sind es späte Kohlarten, Porree, Zichorie Zuckerhut und Chinakohl. Sie alle werden mit Wurzelballen so spät wie möglich geerntet, nebeneinander nicht zu eng im Boden wieder eingegraben und anschließend kräftig eingewässert. Nicht versäumen sollte man zuvor das Entfernen gelber und gefaulter Blätter. Aber auch Wurzelgemüse wie Möhren, Sellerie, Rote Rüben, Winterrettiche und Wurzelpetersilie lassen sich, gut mit Erde überdeckt, lange Zeit im Gewächshaus aufbewahren. Das Gemüse ist aber nur dann lange Zeit gut haltbar, wenn es sich nicht erwärmen kann. Es muss daher nicht nur an Frosttagen mit einem Vlies und einer Noppenfolie vor Kälte geschützt werden sondern auch bei starker Sonneneinstrahlung. Nicht versäumt werden darf daher das rechtzeitige Lüften an frostfreien Tagen und Nächten ohne Abnahme der Bedeckung.

nach oben Frostschäden vorbeugen


Obwohl Feldsalat, Winterportulak und Spinat als frosthart gelten, können ihnen sogenannte Kahlfröste sehr zusetzen. Kritisch wird es vor allem, wenn nach starken Nachtfrösten tagsüber eine ungehinderte Sonneneinstrahlung stattfindet. Dabei steigt die Gewächshaustemperatur nicht selten auf einige Grade über Null, der Boden bleibt hingegen gefroren. Die Pflanzen tauen auf und ihre Blätter verdunsten Wasser. Da die Erde gefroren ist, können sie über ihre Wurzeln kein Wasser aufnehmen und beginnen sofort zu welken. Wiederholt sich dieser Vorgang mehrmals, so "erfrieren" die Kulturen; ihre Blätter werden welk und schließlich schwarz. Pflanzenbaulich gesehen ist es aber kein Erfrieren, sondern ein Vertrocknen. Dagegen hilft nur ein Abdecken mit Vlies; transparente Folie ist zu diesem Zweck nicht geeignet. Die Abdeckung kann wochenlang auf den Pflanzen belassen werden soweit genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.

nach oben Gewächshausfenster reinigen

Gemüsepflanzen im Gewächshaus mit Glas- bzw. Kunststoffeindeckung erhalten sehr viel weniger Licht als die Gewächse im Freiland. Staub, Ruß, Abgase von Autos und Flugzeugen und sonstige Ablagerungen können die Lichtdurchlässigkeit eines Gewächshauses erheblich mindern. Besonders lichtbedürftige Gemüsepflanzen wie Salate, Rettiche und Radieschen, Kohlrabi, Tomaten u.a. reagieren empfindlich. Dies zeigen sie durch mangelhafte Kopfbildung (Salat), hochovale Knollenbildung (Radieschen und Kohlrabi), unzureichende Rüben- und starke Laubentwicklung (Rettich) oder Abstoßen von Blüten (Tomaten und Paprika). Soweit es die Witterung zulässt, sollte man die Bedachung des Gewächshauses gründlich reinigen. In manchen Gebieten, zum Beispiel in Flugplatznähe, kommt man nicht umhin die Reinigung mehrmals im Jahr vorzunehmen. Leichte, fettlösende Mittel (z.B. Geschirrspülmittel) können dem warmen Reinigungswasser zugegeben werden. Auf starke chemische Mittel sollte man verzichten.

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