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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Niller, Ernst

Das Kleingewächshaus im Oktober


Oktober 2005 Vielfach ist man der Meinung, dass der gemüsebaulich genutzte Gewächshausboden eine Ruhezeit benötigt und daher in den Herbst- und Wintermonaten unbestellt bleibt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Ein gut mit Nährstoffen und Wasser versorgter Boden wird durch die im Erdreich verbleibenden nicht unbeträchtlichen Wurzelmengen mit organischen Rückständen angereichert. Sie schließen den Boden auf, erhöhen den Humusgehalt und machen ihn umso fruchtbarer. Man sollte deshalb auf den Anbau von Herbstgemüsearten wie Endivie, Feldsalat, Spinat, Winterportulak u.a. nicht verzichten, auch im unbeheizten Gewächshaus. Die jährlich notwendige organische Düngung in Form von verrottetem Stallmist zur Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit darf trotzdem nicht unterlassen werden. Sie wird dann am besten vor der Bestellung der Sommerkulturen wie Auberginen, Gurken, Tomaten und Paprika eingegraben. Nur der Wasservorrat lässt sich bereits im Spätherbst oder zeitigem Frühjahr an frostfreien Tagen ergänzen. Dabei können ohne Bedenken 80 bis 100 Liter Wasser je Quadratmeter Bodenfläche ausgebracht werden.

nach oben Letzte Bestellungsarbeiten im Gewächshaus

Im nicht beheizbaren Haus kann im Oktober nur noch Feldsalat, Winterportulak und Spinat angebaut werden. Für Salate und Radieschen ist es bereits zu spät. Meist ist die Enttäuschung groß, denn der Lichtmangel lässt nur wenig Wachstum zu. Pilzkrankheiten wie Grauschimmel (Botrytis) und Wurzelfäule (Sclerotinia) nehmen überhand und sind kaum einzudämmen. Freiwerdende Flächen sollte man besser für den Gemüseeinschlag reservieren. Eine Ausnahme machen die sogenannten Asia-Salate, auch Oriental Greens oder Japanese Greens genannt. Sie stammen aus dem ostasiatischen Raum und sind vorwiegend blattreiche Selektionen aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie sind unter den Namen Japansalat 'Mizuna', 'Senfkohl', 'Red Giant', 'Misome', 'Komatsuna' u.a. bei der Firma Kiepenkerl-Pflanzenzüchtung in 48348 Everswinkel erhältlich. Alle beinhalten einen mehr oder weniger hohen Senfölgehalt und eignen sich besonders zum Würzen der Speisen, Kochen im Wok oder zum Zubereiten von Suppen. Asia-Salate sind schnellwüchsig, vertragen erstaunlich viel Kälte und lassen sich noch Anfang Oktober im unbeheizten Gewächshaus aussäen. Schon nach 4 bis 6 Wochen können die Blätter geerntet werden. Bei Feldsalat wähle man vor allem schnellwachsende und rundblättrige Sorten wie 'Elan' und 'Vit'; aber auch Sorten wie 'Favor', 'Gala', 'Jade', 'Marathon', 'Medaillon', 'Verte de Cambrai' u.a. lassen gute Erträge erwarten. Bei später Saat genügt ein Reihenabstand von 8 cm. Versäumen Sie nicht nach gutem Angießen ein Vlies über die Saatfläche zu breiten. Es verhindert ein Austrocknen der Saatreihen und sichert einen zügigen Keimverlauf. Es kann bei sorgfältiger Wasserversorgung unbedenklich bis zwei Wochen nach der Keimung auf den Pflanzen verbleiben.

nach oben Spinat von guter Qualität

Ohne viel Aufwand lassen sich jetzt noch Teilflächen im Haus mit einer Spinatkultur nutzen. In der Qualität übertrifft das Erntegut um diese Zeit bei weitem die Tiefkühlware aus dem Supermarkt. Bei sofortigem Anbau ist die Ernte noch in diesem Jahr möglich, da der kälteverträgliche Spinat im Haus zügig voran kommt. Die Aussaat erfolgt in Reihen von etwa 12 bis 15 cm; bis zum Sichtbarwerden der Keimlinge mit einer Vliesauflage. Zum Anbau empfehlen sich die bekannten Sorten wie 'Butterfly', 'Matador' oder 'Monnopa' sowie die neuen mehltauresistenten Sorten 'Lazio', 'Dolphin', 'Rico' u.a. Sowohl Feldsalat als auch Spinat erfordern bei der Nährstoffversorgung im Herbst besonderes Augenmerk, um hohe Nitratwerte bei der Ernte zu vermeiden. Beide Gemüsearten sind nicht sehr anspruchsvoll; mit 35 g/m2 eines phosphatarmen Blau-Volldüngers, zum Beispiel Nitrophoska perfekt, ist ihr Bedarf reichlich gedeckt. Meist kann um diese Zeit auf eine Düngung verzichtet werden, da von den Vorkulturen noch ausreichend nicht verbrauchte Nährstoffe vorhanden sind. Dies trifft vor allem dann zu, wenn die Sommerkulturen regelmäßig gedüngt wurden, die Pflanzen gut im Wuchs waren und eine reichliche Ernte erzielt wurde.

nach oben Tomaten nachreifen

Beim Abräumen der Freiland- und Gewächshaustomaten vor den ersten Nachtfrösten bleibt oftmals ein ansehnlicher Anteil grüner Früchte übrig, insbesondere wenn der Herbst wenig Sonnenschein gebracht hat. Tomatenfrüchte reifen aber nach, wenn sie bereits ihre endgültige Größe erreicht haben und ganz gesund, unbeschädigt und nicht aufgeplatzt sind. Bei der Nachreife ist für die Bildung des roten Farbstoffes kein Licht sondern eine bestimmte Temperatur notwendig. Sie sollte zwischen 15 und 22 Grad Celsius (Zimmertemperatur) liegen. Gleichzeitig ist zu beachten, dass trotz der notwendigen Wärme die Wasserverdunstung der Früchte auf ein Mindestmaß eingeschränkt wird. Deshalb die Tomaten in ein Kistchen legen und mit einer dunklen Folie abdecken, damit die Früchte nicht schrumpfen. Die Dauer der Nachreife ist temperaturabhängig. Bei Zimmerwärme werden zur Ausreife etwa 18 bis 22 Tage benötigt. Besonders schnell und gut reifen die kleineren Cocktailtomaten nach. Sie behalten auch bei der Nachreife ihren köstlichen Geschmack.

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