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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Niller, Ernst

Das Kleingewächshaus im August


August 2005 Gewächshausgärtner wollen selbstverständlich das ganze Jahr über ihr Haus bestellen. Ist die Frühjahrs- und Sommernutzung mit relativ wenig Problemen behaftet, so sind dem Herbst- und Winteranbau durch das fehlende Licht Grenzen gesetzt.

Die Tage werden kürzer und trüber, nebeliges Wetter herrscht oft vor. Die Wachstumsbedingungen sind nicht ideal. Das fehlende Licht kann nicht mit Wärme ausgeglichen werden. Eine verstärkte Wärmezufuhr würde die Pflanzen nur übermäßig in die Länge wachsen lassen und anfällig für allerlei Pilzkrankheiten infolge der ungenügenden Assimilation machen. Für Ernten im Herbst und Winter im unbeheizten Gewächshaus stehen wenige Gemüsearten zur Wahl. Dabei muss man sich sehr genau an ganz bestimmte Saat- bzw. Pflanztermine halten. Eine Verzögerung z.B. um nur eine Woche bedeutet eine Verlängerung der Wachstumszeit von beinahe drei Wochen. Nebenstehende Anbautermine sind einzuhalten.

nach oben Endivienanbau

Der optimale Pflanztermin im unbeheizten Gewächshaus ist die letzte Augustwoche, in günstigen Klimagebieten die erste Septemberwoche. Gepflanzt wird im Abstand von 30 x 35 cm; auf sehr humosem und wuchsfreudigem Boden 35 x 35 cm um Salatfäulen vorzubeugen. Auf eine Düngergabe vor dem Anbau mit z.B. 65 g/m2 Nitrophoska perfekt (Blau-Volldünger) sollte man nicht verzichten. Zur Herbstkultur empfehlen sich die Sorten 'Bubikopf', 'Diva', 'Sperlings Jeti' u.a.; bei sorgfältigen Wassergaben auch die Frisbe-Endiviensorte 'Wallonne' mit einem Pflanzabstand von 35 x 40 cm. Eine vorbeugende Blattlausbekämpfung mit einem zugelassenen Insektizid, z.B. Neudosan Neu, etwa zwei bis drei Wochen nach der Pflanzung, sollte unbedingt eingeplant werden. Gerade in den warmen Herbstwochen kann die Kultur dermaßen stark befallen werden, dass man auf die Zubereitung des Salates gerne verzichtet.

nach oben Letzte Radieschenernte

Besonders interessant ist der späte Anbau von Radieschen im unbeheizten Haus, wenn es im Freiland schon zu kalt dafür ist. Letzter Aussaattermin ist der 15. September. Die Ernte beginnt gegen Ende Oktober und zieht sich einige Wochen hin. Voraussetzung für entsprechende Knollenqualität ist ein humoser, durchlässiger Boden, gleichmäßige aber nicht zu hohe Bodenfeuchte und ausreichend Licht. Stehen die Pflänzchen zu eng, wachsen sie aus Lichtmangel in die Höhe ohne Knollen zu bilden. Unbedingt einen Pflanzenabstand von 10 x 8 cm einhalten. Bei zu dichter Saat die Reihen auslichten! Wurde der Boden mit Kompost versorgt, muss nicht gedüngt werden; ansonsten streut man 30 g/m2 eines Blau-Volldüngers vor der Bestellung. Zum Anbau im Herbst eignen sich spezielle raschwüchsige rote Sorten mit geringem Wärmebedarf wie z.B. 'Neckarperle' (Hild), 'Carnita' (Sperling) und 'Lucia' (Kiepenkerl).

nach oben Kranke Gemüsepflanzen aus dem Haus räumen

Kranke, überständige und abgeerntete Gemüsepflanzen haben im Haus nichts mehr zu suchen. Je länger sie im Gewächshaus verbleiben, desto größer wird die Gefahr, dass sich Schaderreger weiter vermehren. Die Überwinterung der Pilze, Bakterien und tierischen Schädlinge erfolgt teilweise im Boden, aber auch an der Tragkonstruktion, an Holzteilen und sonstigen Materialien, welche eigentlich nicht ins Gewächshaus gehören. Sie kommen dann in der nächsten Kulturperiode zum Vorschein. Deshalb sobald wie möglich alle stark befallenen Pflanzen mit den Wurzeln entfernen und beseitigen. Ist das Auswechseln der Gewächshauserde unumgänglich geworden, wähle man am besten hierzu die Zeit im Spätsommer von Mitte August bis Mitte September. Dieser Termin gestattet zuvor noch die Ernte der Sommerkulturen. Nach dem Einfahren neuer Erde können noch gut Feldsalat, Radieschen und Spinat angebaut werden.

nach oben Lästige Ameisen ausquartieren

Besonders unangenehm sind Ameisennester im Gewächshaus. Sie unterwandern die Pflanzen und tragen zur Verbreitung von Blattläusen bei. Immer dort, wo Blattläuse verstärkt auftreten, lassen die Ameisen nicht lange auf sich warten. Begierig machen sie sich über die zuckerhaltigen Ausscheidungen, den sogenannten Honigtau her. Hier kann nur noch die Ausquartierung helfen. Ein über den Ameisenhaufen gestülpter großer Blumentopf wird von den Insekten sofort als Wohnraum angenommen. Innerhalb weniger Tage kann das Volk mit Hilfe einer Schaufel in den Topf gefüllt und an einen ungestörten Ort gebracht werden. Verbleibende Ameisen richten keinen weiteren Schaden an, da sie als Arbeiterinnen kein neues Volk gründen können.

Anbautermine:
GemüseartGewächshaus ohne Heizung
Endivie Ende August bis Anfang September
Feldsalat-Direktsaat Mitte bis Ende September
Feldsalat-Pflanzung Anfang bis Ende Oktober
Winterportulak Mitte September bis Anfang Oktober
Kopfsalat, Pflück- und bunte EichblattsalateAnfang bis Mitte September
Kohlrabi Ende August bis Anfang September
Spinat Mitte bis Ende September
Radieschen Mitte September

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