Juni 2005 Wie erhalten wir einen schönen, bunt blühenden Ziergarten? Da sind zum einen die Sträucher und Rosen, die dem Garten einen Rahmen und Gestalt geben. Sie werden zum anderen ergänzt von bunten, prächtigen Blütenstauden, wie wir sie zum Beispiel von den in leuchtenden Farben gemalten Blumenbildern von Emil Nolde kennen.
Stauden sind krautige, ausdauernde Pflanzen, deren oberirdische Teile in der Regel absterben und die im Frühjahr aus dem Wurzelstock bzw. dessen Knospen wieder austreiben. Es gibt auch Stauden, die den Winter über grün bleiben. Hierzu gehören unter anderem Blaukissen, Gänsekresse und die Grasnelke. Stauden haben gegenüber den einjährigen Sommerblumen den großen Vorteil, dass sie über mehrere Jahre am gleichen Platz stehen bleiben können, wo sie sich weiter entwickeln und zu prächtigen Blütenstauden heranwachsen. Während manche Stauden, wie Pfingstrosen, Funkien (Hosta), Silberkerzen und Christrosen sehr lange an einem Platz stehen bleiben können und sich erst so zu großen Exemplaren auswachsen, ist es bei den meisten Stauden vorteilhaft diese nach vier bis sechs Jahren herauszunehmen, zu teilen und an einen anderen Platz zu pflanzen. Die alternden Pflanzen werden so "verjüngt" und auch der zum Teil auftretenden "Bodenmüdigkeit" wird dadurch entgegengewirkt.
Nicht kleckern - klotzen
Stauden-Rabatten sind besonders wirkungsvoll, wenn sie vor einer Abpflanzung von Blütengehölzen oder einer Hecke als Hintergrund angelegt werden. Rosen und andere, kleinere Sträucher, wie Seidelbast, passen durchaus in eine Stauden-Pflanzung. Und auch dies sollten wir beim Pflanzen bedenken. Die Farben wirken am besten in einer größeren Fläche. Die Devise heißt, nicht kleckern sondern klotzen. Wir pflanzen also besser nicht von vielen Arten und Sorten jeweils eine oder zwei Stauden, sondern jeweils mehrere Exemplare der gleichen Art und Sorte. Oft wird der Fehler gemacht, dass Blütenstauden, da als kleine Pflanzen gekauft, zu eng gepflanzt werden. Die Pflanzen bedrängen sich dadurch sehr schnell und können sich nicht zu ihrer ganzen Größe und Pracht entwickeln. In diesen Fällen sollte rechtzeitig umgepflanzt werden. Von den großen Stauden, wie Rittersporn, Rauhblattaster und Pfingstrose kommen eine bis zwei Pflanzen auf einen m2. Von den mittelgroßen Stauden setzen wir 3 bis 5 und von den klein bleibenden 6 bis 9 Pflanzen je m2. Für eine Stauden-Rabatte, die auch größer werdende Stauden enthält, sollte eine Breite von 1,50 bis 3 m vorgesehen werden. Die meisten Stauden blühen besonders reich und farbenfroh bei viel Licht und Sonne. Nachfolgend einige interessante Blütenstauden.
Leuchtende Kerzen
Sie ziehen die Blicke auf sich, die
Stauden-Lupinen. Ihre bis zu 50 cm langen Blütentrauben wirken wie große, prächtig leuchtende Kerzen. Lupinen gehören zu den großen Stauden. Die bekannten Russel-Hybriden werden etwa 1 m hoch. Es gibt aber auch niedrigere Sorten. Durch Abschneiden der verblühten ersten Blütentrauben erhalten wir eine etwas schwächere zweite Blüte. Lupinen wachsen auch auf sandigen Böden gut. In rauherem Klima empfiehlt sich eine dünne Abdeckung mit verrottetem Laub oder Kompost.
Eine gleichfalls große Staude ist der
Wasserdost mit dem botanischen Namen Enpatorium. Diese Pflanze eignet sich für feuchtere Standorte und zur Pflanzung an Teichrändern. Die Sorte "Atropurpureum" wird etwa 1,80 cm hoch und hat große karminrote Doldenblüten. Mit E. rigosum "Chocolate" gibt es eine neue Sorte von 80 cm Höhe, die mit ihrem dunkelbraunen Laub und weißen Blüten auffällt.
Die
Frühlingsmargerite, Leucanthemum vulgare und die Gartenmargerite, L. superbum sind wertvolle Rabatten- und Schnittstauden. Sie zeichnen sich durch eine lange und reiche Blüte aus, deren weiße Farbe einen guten Kontrast zum blauen Rittersporn oder roten Mohn und bunten Lupinen ergibt. Die Sorte "Christine Hagemann" hat locker gefüllte Blüten und erreicht 80 cm Höhe, während "Gruppenstolz" mit einem kompakten Wuchs nur 60 cm hoch wird. Margeriten lieben gedüngten Boden und gehören zu den sogenannten Starkzehrern.
Gelb ist die warme Farbe der Sonne. Sie darf in keinem Staudenbeet fehlen. Ein Dauerblüher mit großer Farbwirkung ist die Staude mit dem schönen Namen
Mädchenauge, Coreopsis. Die einzelnen Garten-Sorten werden unterschiedlich hoch, zwischen 15 und 90 cm. Wenig windempfindlich mit kräftigen Stielen ist die 30 cm hoch wachsende sowie reich und ausdauernd blühende Sorte "Sonnenkind". Auch C. verticillata "Grandiflora" mit dem zierlichen, filigranen Laub zeigt nahezu den ganzen Sommer seine goldgelben Blüten. Die Stauden lieben einen durchlässigen Boden und sonnigen Standort. Ein Rückschnitt nach der Blüte stärkt die Pflanze für den Winter.
Für eine Bepflanzung im Vordergrund eignet sich die dichte Polster bildende etwa 15 cm hohe
Heidenelke, Dianthus deltoides. Sie ist ein dankbarer Dauerblüher. Ihre zahlreichen, kleinen, farbintensiven Blüten erscheinen vom Juni bis in den August. Mit "Splendens" und "Brillant" haben wir zwei sehr schöne, karminrot blühende Sorten. Die rote Farbe harmoniert zum Beispiel gut mit dem blaugrünen Blauschwingelgras, Festuca glauca.
Wolfgang Opitz