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Autor:
Roth, Wolfgang

Grüne Termine im Januar



Januar 2016 Noch drängt keine Arbeit. Aber Pläne, die die Vor freude auf das neue Gartenjahr wecken, lassen sich bereits jet zt schmieden.

Wer seine Stauden im Herbst nicht abschneidet, kann sich von ihnen im Winter verzaubern lassen. Glitzernde Lampionblume (Physalis alkekengi var. franchetii).
© Roth
Wer seine Stauden im Herbst nicht abschneidet, kann sich von ihnen im Winter verzaubern lassen. Glitzernde Lampionblume (Physalis alkekengi var. franchetii).

nach obenZierpflanzen

Einige Ziergehölze stillen schon im Januar die Sehnsucht nach den ersten Blüten: Leuchtend gelb blüht die Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis). Besonders früh entfaltet die Sorte 'Palida' ihre stark duftenden Blüten. Von hellgelb über tiefgelb bis rot blühen die verschiedenen Sorten der Hybrid-Zaubernuss (H. x intermedia).

Schon zu Beginn der kalten Jahreszeit öffnet der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) die ersten Blüten. Seine volle Pracht entfaltet dieser Spreizklimmer (er benötigt ein Klettergerüst) dann im Januar. Die Blüten des Winterjasmins leuchten primelgelb.

Ab November sind die ersten Blütenrispen des Duftschneeballs (Viburnum farreri) zu sehen. Die angenehm duftenden Einzelblüten sind anfangs rosa und färben sich während des Aufblühens weiß. Die Hauptblütezeit ist im Winter. Ähnlich verhält sich der Winterschneeball (V. x bodnantense), eine Kreuzung aus Duft- und Japanischem Schneeball.

Zu dicht gepflanzte oder zusammengewachsene Gehölze schwächen sich gegenseitig, vergreisen und blühen nur noch mangelhaft. Durch einen starken Rückschnitt im Winter erwecken Sie alte Ziersträucher zu jugendlichem Wachstum und erneuter Blütenfülle. Ausgenommen sind die im zeitigen Frühjahr blühenden Gehölze, die erst nach der Blüte geschnitten werden. Dazu zählen Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum), Goldglöckchen (Forsythia intermedia), Kornelkirsche (Cornus mas), Mandelbäumchen (Prunus triloba und P. subhirtella) sowie Scheinhasel (Corylopsis pauciflora).

Auch Laubhecken wie Feldahorn (Acer campestre), Hainbuche (Carpinus betulus), Liguster (Ligustrum vulgare), Sauerdorn (Berberis thunbergii), Rot- und Weißdorn (Crataegus oxyacantha und C. monogyna) vertragen einen radikalen Rückschnitt bis tief ins kahle Holz.

Alte, geschwächte Hecken sind manchmal von der Rotpustelkrankheit befallen. Sichtbarer Hinweis sind stecknadelkopfgroße rote Punkte auf den Zweigen. Ein kräftiger Heckenschnitt verdrängt diese Pilzinfektion und gibt den Pflanzen die verloren gegangene Vitalität zurück.

Sogar im Januar können überwinternde Kübelpflanzen von Blattläusen, Roter Spinne, Weißer Fliege und ähnlichen Schädlingen befallen werden. Wenn wir die Plagegeister frühzeitig bemerken, genügt meistens das Abspritzen mit Wasser oder das Abstreifen mit den Fingern. Bei stärkerem Befall helfen Pflanzenschutzmitteln die Paraffinöl oder Kaliseife enthalten.

Für Zimmerpflanzen ist der Winter die schwierigste Jahreszeit. Sie leiden unter Lichtmangel und trockener Luft. Das darf uns aber nicht zu verstärktem Gießen verleiten. Welke, sich gelb färbende oder abfallende Blätter sind kein eindeutiges Zeichen für Wassermangel. Meistens sind es Hinweise auf zu nasse Wurzelballen. Das richtige Gießen ist gar nicht so einfach. Menschen mit dem Grünen Daumen erfühlen den Feuchtigkeitsgehalt der Blumenerde. Wer unsicher ist, versorgt die Pflanzen über die Untersetzer mit Wasser. Nach einer Stunde muss dann das überschüssige Gießwasser entfernt werden.

nach obenObst

Bei trockenem Wetter und Temperaturen bis minus 5°C können Obstgehölze geschnitten werden. Ausgenommen sind kälteempfindliche Arten wie etwa Pfirsich und Aprikose. Der Rückschnitt sollte jährlich wiederholt werden, denn regelmäßige Gehölzpflege mindert den Befall von Pilzkrankheiten deutlich und verbessert die Fruchtqualität in Geschmack und Aussehen.

Benutzen Sie scharfes Werkzeug, denn glatte Wunden verheilen besser als ausgefranste. Fransige Wundränder, die beim Sägen entstanden sind, sollten Sie mit einem Messer nachbehandeln.

Schnittgut − wohin?

Wenn es nicht als Feuerholz taugt, sind Äste und Zweige hervorragend für den Aufbau eines Hoch- oder Hügelbeets geeignet. Als unterste Schicht sorgt das grob zerkleinerte Schnittgut für eine lockere sowie dauerhafte Struktur. Gehäckselt ist das Holz ein natürlicher Belag auf Wegen oder eine schützende Mulchschicht unter Gehölzen. Eine 5 bis 7 cm dicke Schicht ist ideal. Wegen der mikrobiellen Umsetzung muss bei Holz- und Rindenmulch zusätzlich 4 bis 5 g Stickstoff je m² gedüngt werden. Das entspricht einer Gabe von 30 g Hornspäne je m².

Für die Ökologie im Garten sind aufgeschichtete Äste und Zweige wertvoll, weil sie kleinen Tieren zusätzlichen Lebensraum bieten.

Kontrollieren Sie die Obstgehölze auf eingewachsene Schnüre und Bänder. Nicht selten strangulieren sich Gehölze mit dem Bindematerial oder dem Etikett.

Das "Band" soll breit und elastisch sein, damit es festen Halt gewährleistet aber die Rinde nicht verletzt. Geeignete Schnüre hält der Fachhandel bereit. Bewährt haben sich auch gebrauchte Fahrradschläuche oder Nylonstrümpfe.

Rodung und Neupflanzung sind zwar beschwerlich, aber oft der einzige Weg zu einem bedarfsgerechten und relativ pflegeleichten Obstgarten. Eine Erneuerung ist sinnvoll, wenn die Erntemenge nicht mehr zur aktuellen Haushaltsgröße passt oder wenn sich die Verzehrgewohnheiten verändert haben. Ein guter Grund für neue Pläne ist auch der Wechsel zu modernen, gegen Krankheiten widerstandsfähigen Sorten und kompakten, niedrig wachsenden Gehölzformen.

nach obenGemüse

Wintergemüse aus heimischer Produktion schmeckt lecker und ist gesund. Für den Anbau im eigenen Garten spricht, dass wir die Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen selbst in der Hand haben.

Alle Kohlarten sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Weißkohl hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt aller Kohlarten. Er wirkt wie Rotkohl entwässernd, Blut bildend und Cholesterin senkend. Grünoder Braunkohl enthält viel Kalium, Eiweiß und Kohlenhydrate. Von allen Kohlarten hält Wirsing den Spitzenwert an Magnesium. Rote Bete stärkt die Durchblutung und lindert Erkältungsbeschwerden. Möhren, Porree (Lauch) sowie Steckrüben (Kohlrüben) sind ebenfalls voller Nährstoffe, die uns helfen, sicher durch den Winter zu kommen.

Wenn noch Saat aus vergangenen Jahren vorhanden ist, sollte deren Keimkraft durch einen Keimtest geprüft werden. Bei Zimmertemperatur legen wir dazu feuchtes Küchenpapier auf einen Teller, verteilen darauf zehn Samenkörner und decken mit einem zweiten Teller ab. Die Saat ist einwandfrei, wenn 7 Samenkörner keimen. Sind es weniger als die Hälfte, lohnt die Aussaat nicht. Liegt das Ergebnissen dazwischen, die übliche Aussaatmenge verdoppeln.

Die Haltbarkeitsdauer ist unterschiedlich: Nur ein bis zwei Jahren lagerfähig sind die Samen von Karotten, Pastinaken, Porree (Lauch), Schnittlauch und Zwiebeln. Besonders lange bleiben Endivien, Gurken, Kohlgewächse, Kürbis, Melone und Zucchini keimfähig, etwa sechs Jahre. Schmackhafte Keimsprossen sind in den Wintermonaten geschätzte Vitaminspender.

Keimsprossen mit einem hohen Anteil an Senföl schmecken würzig bis scharf und schützen, wegen ihrer antibiotischen Wirkung, vor Erkältungskrankheiten.

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Pflanzen
Blütenknospen von Zaubernüssen - hier zwei verschiedene Sorten.
© Jaehner, Ilse
Lange vor dem Frühling sind mehrere Gehölze bereit, zu treiben. Nicht nur der Duftschneeball, sondern auch die Winterblüher Winterjasmin und Zaubernuss. Bei entsprechender Witterung blühen sie auch im Januar. Man kann nach Lust und Laune geeignete Triebe schneiden, in Vasen stellen und nach zwei bis drei Tagen öffnen sich die Knospen.
Pflanzen
Zaubernuss
© Breidbach, Martin
Im Winter sind die Wachstumsbedingungen für Pflanzen im allgemeinen schlecht. Es ist kalt, feucht und die Sonne zeigt sich selten. Bei den meisten Pflanzen läuft das Leben daher auf Sparflamme. Um so sonderbarer erscheint es, dass eine bestimmte Gruppe von Pflanzen ihren wichtigsten Lebensabschnitt, "die Blüte" in diese Jahreszeit verlegt hat. Tatsächlich bietet diese Jahreszeit der Pflanzengruppe der Winterblüher eine vorteilhafte Nische.
Pflanzen
Hängeweiden (Salix integra)
© Stein
Kaum ist der Winter vergangen, beginnt ein üppiger Farbenrausch im Frühlingsgarten. Erfreuen Sie sich an blühenden Gehölzen, die auch in kleine Gärten und sogar in Gefäße passen.

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