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Natur 2004


Im Jahr 1971 war der Wanderfalke das einzige Objekt, das auserwählt wurde, um auf seine Gefährdung hinzuweisen. In der Zwischenzeit küren viele Naturschutzverbände, Vereine und Institutionen „ihr“ spezielles Naturobjekt, ob Biotop, Pflanze oder Lebewesen. So ist die Zahl bereits auf knapp unter 20 angewachsen.

Pilz des Jahres


Hausschwämme sind holzzerstörende Pilze, die in mehr als 30 Arten vorkommen. Der Echte Hausschwamm, Serpula lacrymans wurde zum Pilz des Jahres 2004 erkoren, um auf seine Gefährlichkeit und Häufigkeit hinzuweisen. Er kann bei Trockenheit jahrzehntelang sein Wachstum einstellen, bei Feuchtigkeit jedoch zu neuem Leben erwachen. Der Hausschwamm ist ungiftig, das Einatmen der Sporen gesundheitsschädlich, und die Zersetzung der Gebäudeteile erzeugt einen üblen Geruch.

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Zaunkönig fütter flüggen Kuckuck

Vogel des Jahres


Nur 9,5 cm lang und etwa 8 bis 10 Gramm schwer ist der Zaunkönig Troglodytes troglodytes, der Vogel 2004. Der unscheinbare Vogelzwerg ist einer unserer wenigen Wintersänger, dessen markante Triller und Roller selbst an kalten, klaren Tagen zu hören sind. Im Frühjahr errichtet das Zaunkönigmännchen mehrere Nester im Rohbau, wohlgeformte Kugeln aus Moos, feuchtem Laub und Halmen, eingepasst in Wurzelwerk an Böschungen, in dichtem Gestrüpp, Reisighaufen, Holzstößen oder Felsspalten. Durch lautes, kräftiges Singen wird ein Weibchen angelockt. Im Januar haben wir bereits ausführlich den Zaunkönig beschrieben. Die Jungen kommen 1 g schwer zur Welt und haben mit 10 Tagen bereits ihr volles Gewicht. Seltsamerweise werden diese Vogelzwerge häufig von den Kuckucksweibchen als Wirtseltern auserkoren. Dabei muss das gelegte Ei mit dem Schnabel durch die enge, seitliche Nestöffnung geworfen werden. Es sieht schon recht seltsam aus, wenn später die kecken Zaunkönige das Futter in den grellroten Sperrrachen des Jungkuckucks stopfen oder einen flüggen Kuckuck, um ein Mehrfaches größer als die Zieheltern, füttern.

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Weißtanne

Baum des Jahres


Baum des Jahres 2004 ist die Weißtanne Abies alba. Sie ähnelt stark unserer Fichte, bei näherem Hinsehen entdeckt man schnell die wesentlichen Unterschiede: Die Rinde des Stammes ist grau bis hellbraun, die immergrünen Nadeln sind 2 bis 3 cm lang, 2 bis 3 mm breit, flach, kammförmig gescheitelt, abgerundet, und emeuern sich alle 5 bis 7 Jahre. Die Oberfläche ist dunkelgrün, an der Unterseite sieht man zwei breite, silbrigweiße Streifen. Die 10 bis 15 cm großen Zapfen hängen nicht nach unten, sondern stehen wie Kerzen aufrecht auf den Zweigen. Bei der Reife fallen sie nicht ab, denn die Schuppen lösen sich einzeln, bis nur noch die nackte Achse übrig bleibt. Die Weißtanne ist ein echter europäischer Nadelbaum. Gegen Kälte ist sie nicht so widerstandsfähig wie die Fichte, und sie bedarf einer gewissen Feuchtigkeit.

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Tannenzapfen einer Weißtanne

„0 Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“, so steht es in einem schönen, deutschen Volkslied. Doch die Wirklichkeit sieht viel anders aus! Der Krankheitszustand der süddeutschen Weißtannen hat ein existensbedrohendes Ausmaß angenommen!

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Alpenglöckchen

Blume des Jahres


Wenn auf den Almwiesen im Frühjahr der Schnee langsam zu schmelzen beginnt zeigt sich an den schneefreien Stellen das Alpenglöckchen Soldanella, die Blume des Jahres 2004. Die Blätter, in einer Blattrosette bereits ausgebildet, haben die Form einer Münze (Iat. „soldus“ Münze) sitzen auf einem Stiel, sind glänzend und leicht lederig. Die Blütenknospen hängen nach unten, richten sich jedoch beim Öffnen auf. Die Kronblätter der blass lila bis rötlich violetten Blütchen sind zerschlitzt, so dass sie wie gefranst aussehen. An diesen Kennzeichen ist das etwa 15 cm hohe Alpenglöckchen leicht zu erkennen. Es ist in den Alpen und anderen europäischen Gebirgen verbreitet, findet sich aber auch im Böhmer- und Schwarzwald.

G. Dagner

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