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Pilzliche Krankheiten


Pilze sind die bedeutendsten Krankheitserreger unserer Obst-, Zier- und Gemüsegärten. Die relativ geringe Bedeutung der Pilzerkrankungen in der Human- bzw. Tiermedizin ist darauf zurückzuführen, dass es den Pilzen als pflanzlichen Organismen viel leichterfällt, das pflanzliche, also ähnlich gebaute und funktionierende Gewebe anzugreifen und zu zersetzen, als das menschliche bzw. tierische.

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Apfelschorf

Es handelt sich um einfache, aus Pilzfäden, sog. Hyphen, gebaute pflanzliche Organismen. Da sie kein "Blattgrün" (Chlorophyll) enthalten, können sie sich nicht selbstständig ernähren. Um zu leben und um sich zu vermehren, zersetzen sie entweder lebendes oder abgestorbenes Pflanzengewebe.
Bei manchen Krankheiten werden nur die Folgen der Infektion, wie z.B. Flecken (Apfelschorf, Sternrußtau), Löcher (Schrotschusskrankheit), Welkeerscheinungen (Monilia Spitzendürre) oder Deformationen (Kräuselkrankheit) beobachtet. Es sind durch den Pilz "vergiftete" und dadurch abgestorbene Blatt- bzw. Fruchtpartien. Bei anderen wieder ist der Pilz selbst in Form von Pilzfäden (Grauschimmel, Stachelbeermehltau) oder verschiedenen Wucherungen und Pusteln (Birnengitterrost, Rotpustelkrankheit) zu sehen. Pilze verbreiten sich durch sog. Pilzsporen. Es sind mikroskopisch kleine, sich millionenweise bildende Pilzorgane, deren Funktion ähnlich der der Pflanzensamen ist. Die winzigen Pilzsporen werden in erster Linie durch Luftbewegung, Regenspritzer, Tiere, aber auch durch die Werkzeuge auf immer neue Pflanzen bzw. deren Teile übertragen.

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Kräuselkrankheiten

Manche Pilze brauchen verschiedene Wunden oder natürliche Öffnungen, um ins Pflanzengewebe zu gelangen. Andere wiederum sind imstande, selbstständig mit ihrem Keimschlauch in die Pflanze einzudringen. Damit es aber zu dieser Infektion kommen kann, brauchen beide Pilzgruppen unbedingt Feuchtigkeit, damit die Pilzsporen auf den Blättern, Blüten oder Früchten keimen können. Je länger z.B. die Blattbefeuchtung anhält, desto größer ist die Infektionswahrscheinlichkeit. Aus diesem Grund sind alle Maßnahmen, die die Befeuchtung der oberirdischen Pflanzenteile zeitlich reduzieren und das Abtrocknen nach dem Regen beschleunigen, die wichtigsten aller Pilzerkrankungen vorbeugenden Maßnahmen. Ein ausreichender Pflanzenabstand, luftige Baumkronen, eine Bewässerung nur des Bodens unter der Pflanze, und dies am besten morgens statt abends, sind hier von aller größter Bedeutung.

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Stachelbeermehltau

Die Empfindlichkeit gegen pilzliche Krankheitserreger ist in den meisten Fällen sehr sortenunterschiedlich. Diese Kenntnisse sollten unbedingt bei Neupflanzungen berücksichtigt werden. Bei Radieschen z.B. kann man sich, im Falle der Unzufriedenheit, laufend für eine andere Sorte entscheiden. Bei Bäumen und auch bei Sträuchern handelt es sich um mehrjährige Pflanzen, deren eventuelle Auswechslung im Falle der unberücksichtigten Empfindlichkeit relativ große Probleme und Kosten mit sich bringt.

Auch eine ausgewogene Vollernährung trägt zur Stärkung der allgemeinen Pflanzenkondition und dadurch zur Reduzierung der Erkrankungsgefahr bei.

Wie schon gesagt, können viele Pilze auf den abgestorbenen Pflanzenresten weiterleben oder zumindest überdauern.

Kompostieren oder verbrennen?
Die durch diese Pilze erkrankten Pflanzenteile dürfen nur dann auf den Komposthaufen gegeben werden, wenn eine schnelle und vollständige Kompostierung gewährleistet ist. Schwer verrottende erkrankte Triebe, Fruchtmumien und andere Pflanzenteile sollten am besten aus dem Garten entfernt oder verbrannt werden. Für die Pflanzen die durch z.B. Kohlhernie oder Wurzelfäule (Phytophthora cactorum) an Erdbeeren befallen sind, gilt das gleiche. Wenn man aber diese davor dämpfen würde, könnte man sie bedenkenlos kompostieren.
Das Entfernen der befallenen Pflanzenteile reduziert bei den meisten Pilzkrankheiten den Infektionsdruck und "entlastet" die Pflanze, die keine Nährstoffe für einen meistens aussichtslosen Heilungsversuch zu mobilisieren braucht.

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Rotpustelkrankheit

Bei Krankheiten wie Apfelmehltau oder Stachelbeermehltau, sollten die im Frühjahr schon erkrankten - weil aus infizierten Knospen herauswachsenden - Blattbüschel entfernt werden, bevor man zu einem Spritzgerät greift.

Die Früchte sollten restlos gepflückt werden, damit es nicht zur Bildung und zum Zurückbleiben der sog. Fruchtmumien auf dem Baum kommt.

Viele im Garten vorkommenden Rostkrankheiten brauchen für ihre Entwicklung zwei verschiedene Wirtspflanzen (Birnengitterrost, Säulenrost, Zwetschenrost). Das bewusste Verzichten auf manche Wacholderarten, Kiefer oder Anemone, jeweils in der Nähe von Birnen, Johannisbeeren oder Zwetschen würde bei ausreichender Entfernung das gegenseitige Infizieren zumindest erschweren.

Das durch Pilze, fleckenweise oder gänzlich abgestorbene Blattgewebe ist für die Pflanze und dadurch für ihr Wachstums- und Ertragspotential verloren. Es lohnt sich schon, es nicht so weit kommen zu lassen.

Eine vorbeugende chemische Bekämpfung ist effektiver als eine die erst nach dem Ausbruch der Krankheit durchgeführt wird.

Bei manchen Krankheiten ist die Zeitspanne, die über den Misserfolg oder Erfolg der Vorbeugung bzw. Bekämpfung entscheidet, sehr kurz (Kräuselkrankheit der Pfirsiche, Monilia Spitzendürre an Kirschen, Grauschimmel an Erdbeeren). Sie sollten sich deshalb über diese Krankheiten rechtzeitig (am besten gleich) informieren, um nicht enttäuscht zu werden, wenn es für die eventuelle Vorbeugung schon zu spät sein sollte.

Bei chemischen Pilzbekämpfungsmitteln (Fungiziden) gibt es solche, die nur vorbeugend eingesetzt werden können. Bei diesen Mitteln ist während der Infektionsphase ein ständiger Schutzfilm auf der Pflanzenfläche notwendig, um die Pilzsporen am Keimen zu hindern. Andere, sog. heilende Pilzbekämpfungsmittel dringen in die Pflanze ein und bekämpfen den Krankheitserreger auch noch ein bis zwei Tage nach der Infektion. Der schon entstandene Schaden am Pflanzengewebe kann aber von keinem der Pilzbekämpfungsmittel behoben werden.

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