Familienheim und Garten

 
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Mehr Freude an Rosen


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‘Schneewittchen’ – Blüte in reinem Weiß.

Sie begleitet die Gartenkultur schon seit einigen tausend Jahren. Die im Knossospalast auf Kreta als Fresko abgebildete Rose wird auf 1600 v. C. datiert und die griechische Dichterin Sappho hat bereits 600 v. C. die Rose als „Königin der Blumen“ besungen. Aus der gleichen Zeit sind Berichte des chinesischen Philosophen Konfuzius über umfangreiche Rosenpflanzungen in den kaiserlichen Gärten von Peking überliefert.

Durch Kreuzungen zwischen europäischen Rosen und chinesischen Tee-Rosen sowie der japanischen Rose multiflora (vielblütige) im 18. und 19. Jahrhundert, entstanden zahlreiche neue Sorten. Das Farbspektrum geht von Weiß über Gelb bis zu Rot und Lila mit vielen Zwischentönen. Auch die Blütenform variiert von der einfachen Blüte über die klassisch geformte Edelrose bis zur gefüllt blühenden nostalgischen (englischen) Rose. Wir können unsere Gärten mit niedrigen, bodenbedeckenden oder etwas höheren Beet- und Edelrosen oder den meist solitär gestellten Strauchrosen bepflanzen. Zum Schmücken von Pergolen und Hauswänden stehen uns die 2 bis 4 m und höher wachsenden Kletterrosen zur Verfügung. Die Rose ist außerdem für unsere Gärten auch deshalb besonders interessant, weil viele Sorten neben einer reichen Blüte auch über einen längeren Zeitraum bzw. öfter im Jahr blühen. Die Rose kann besser als jede andere Pflanze den Garten für lange Zeit in ein blühendes Paradies verwandeln.

Wer Freude an seinen Rosen haben möchte, sollte auf einige Punkte besonders achten.

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‘Mirato’, eine robuste, reich blühende Beetrose.

Der Standort


Rosen sind Kinder des Lichtes. Sonnige Standorte führen zu einem gesunden, kräftigen Wachstum und einer reichen Blüte. Bei Sonne und genügend Luft im Bereich der Pflanzen trocknen nasse Blätter schneller ab. Dadurch wird einem Befall mit Pilzkrankheiten vorgebeugt. Allerdings wird in heißen Südlagen, vor allem vor Hauswänden und Mauern, bei hoher Lufttrockenheit die Ausbreitung von Spinnmilben gefördert. Im Extremfall können die Blätter, wenn die Pflanzen zu nahe an der Mauer stehen, durch die Reflektion der Sonnenstrahlen „verbrennen“. In der Nähe von Hausmauern sind daher Südwest- oder Südost-Lagen besser geeignet als reine Südlagen. Auch in halbschattigen Lagen lassen sich Rosen noch mit Erfolg kultivieren. Sie sollten hier jedoch mindestens vier Stunden intensives Licht (Sonne) am Tag erhalten. Luftbewegung sorgt für schnelles Abtrocknen der Blätter. Deshalb sollten Rosen nicht in luftstille Winkel gepflanzt werden. Auch unter den Kronentraufen von Bäumen bleiben die Blätter länger feucht. Dadurch wird der Befall mit Pilzen gefördert.

Für halbschattige Lagen sollten robustere und gegen pilzliche Krankheiten widerstandsfähigere Sorten gewählt werden.
Eine Auswahl zeigt nebenstehende Tabelle.

Rosensorten für halbschattige Lagen
SorteFarbeBlüteKlasseHöhe (cm)Zeichen
Aachener DomrosagefülltE60-80ADR
Angelarosa halb gefülltStrbis 100ADR
Bonicarosa gefülltB60-80ADR
Celinagelb leicht gefüllt Bo60-80ADR
Christoph ColumbuslachsrotgefülltE60-80 
FriesiagelbgefülltB60-80ADR
GärtnerfreuderotgefülltBo50ADR
Heidetraumrosahalb gefülltBo70-80ADR
La Sevillanarothalb gefülltB/KStr60-90ADR
Lichtkönigin LuciagelbgefülltStr150ADR
Miratorosaleicht gefülltB/Bo60-70ADR
Rosarium UetersenrosagefülltStr/Kl200-300 
SchneewittchenweißgefülltStr/B120-150ADR
Super ExcelsarosagefülltKl200-250ADR
The FairyrosagefülltB60-70 
B = Beetrose; E = Edelrose; Str = Strauchrose;
KStr = Kleinstrauchrose; Kl = Kletterrose;
ADR = ausgezeichnet durch Allgemeine Deutsche
Rosenneuheitenprüfung.

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‘Bonica’, reich blühend, auch für weniger gute Standorte.

Boden


Rosen sind Tiefwurzler. Deshalb brauchen sie zum guten Wachstum einen tiefgründigen, durchlässigen Boden. Schwere, lehmige Böden werden mit Sand und Komposterde aufgelockert. Leichte sandige Böden können durch Einarbeiten von Komposterde verbessert werden. Wurzelunkräuter sind später aus der Rosenpflanzung nur schwer zu entfernen. Dies sollte daher vor dem Pflanzen geschehen. Der Boden wird später durch flaches Hacken locker und unkrautfrei gehalten. Er kann aber auch mit einer Mulchschicht abgedeckt werden. Hierfür geeignet sind grober Kompost oder gut abgelagerter Rindenmulch. Vor dem Abdecken mit Rindenmulch – 4 cm starke Schicht – empfiehlt es sich 120 g/m2 Hornspäne zu verteilen. Dadurch wird die vorübergehende Bindung von Stickstoff, die beim Verrottungsprozess entsteht, ausgeglichen. Durch das Mulchen wird die Bodengare gefördert und der Unkrautwuchs stark eingedämmt.

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‘La Sevillana’ mit gelben Staubgefäßen in der schmalförmigen roten Blüte.

Ohne Nahrung keine Leistung


Unsere heutigen Rosensorten sind in der Regel fleißige Blüher. Vorraussetzung für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüte ist eine gute Ernährung der Pflanze. Kräftige Pflanzen werden auch weniger von Krankheiten befallen. Vorab: Keine Dünger über die Pflanzen, sondern immer nur unmittelbar auf die Erde streuen. Ein preiswerter Volldünger, der alle Hauptnährstoffe enthält, ist Blaukorn. Zwei Gaben hiervon im März und im Juni mit je 40 g/m2 stellen in der Regel eine hinreichende Versorgung sicher. Einfacher ist die Verwendung von Langzeitdünger. Dieser wird nur einmal, Mitte Mai, verabreicht, entsprechend der Mengenangabe des Herstellers. Wer seine Rosen mit Kompost mulcht oder im Spätherbst und im Frühjahr je 80 g/m2 Hornspäne gibt, braucht unter Umständen keinen zusätzlichen Volldünger zu streuen – eine Bodenanalyse und das Erscheinungsbild der Rosen geben gegebenenfalls Auskunft über den Versorgungsgrad. Auch eine Überdüngung ist von Nachteil. Zusätzlich zu der aufgeführten Nährstoffversorgung empfiehlt es sich Mitte August 30 g/m2 Kalimagnesium (Patentkali) zu düngen. Dadurch wird die Holzausreife gefördert und die Frostanfälligkeit vermindert. Während Kali das Pflanzengewebe festigt, sorgt Stickstoff für ein kräftiges Wachstum. Aus diesem Grund soll ab Ende Juni eine Düngung mit stickstoffhaltigen Düngern unterbleiben. Volldünger, Patentkali und Hornspäne werden flach in den Boden eingearbeitet.

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Bodendeckerrose „Gärtnerfreude“ als veredelte Stammrose.

Richtig wässern


Zum guten Gedeihen brauchen Rosen ausreichend Feuchtigkeit. Deshalb in trockenen Zeiten gießen. Das Wasser sollte nicht mit der Brause oder dem Regner über den Pflanzen ausgebracht werden, da dies den Pilzbefall fördert.

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‘Lichtkönigin Lucia’ macht ihrem Namen alle Ehre.

Keine Angst vor Pflanzenschutz


Über kein Thema herrschen bei den Gartenbesitzern so unterschiedliche Auffassungen, wie über die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel. Bei den meisten Gehölzen im Garten kann auch auf die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel weitestgehend verzichtet werden. Wenn wir robuste gegen Krankheiten widerstandsfähige Sorten gewählt und diese auf einen lichten Standort mit gut aufbereitetem Boden gepflanzt haben sowie eine fachgerechte Bodenbearbeitung, Düngung und Bewässerung durchführen, haben wir schon gute Voraussetzungen für gutes Wachstum und reiche Blüte geschaffen. Dennoch müssen wir oft feststellen, dass sich Pilzsporen auf den Rosenblättern ansiedeln. Hierzu gehören:

Der Sternrußtau, der sternförmige, violettschwarze Flecken auf den Blättern verursacht und diese zum Absterben und Abfallen bringt. Rosenfreunde kennen das Bild. Der Befall beginnt im unteren Bereich der Pflanze – die Pflanze steht mitten im Sommer „unten ohne“ Blätter da. Die Infektion erfolgt meist durch Sporen, die auf den Blättern am Boden überwintert haben. Daher sollte befallenes Laub so gut wie möglich entfernt werden und vor allem im Herbst, möglichst wenig davon auf dem Boden liegen bleiben.

Echter Mehltau, erkennbar an einem mehligen Pilzbelag auf der Oberseite von Blättern, Knospen, Triebspitzen und gelegentlich auf Blüten.

Rosenrost, bildet orangefarbene Sporenlager auf der Blattunterseite.

Die Befallstärke mit Pilzen ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Vor allem in regenreichen Jahren ist der Befall stärker. Er kann mit amtlich geprüften und anerkannten Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Es gibt Mittel, die gegen alle drei genannten Pilzkrankheiten wirksam sind, wie z. B. Baymat Rosenspritzmittel und Neudorffs Rosenpilzfrei. Durch Spritzungen im Frühjahr auf das neue Laub wird den Erstinfektionen durch überwinterte Sporen vorgebeugt. Anwendung nach Angaben der Hersteller.
Tierische Schädlinge wie Blattläuse setzen den Rosen meist weniger zu. Gegen stärkeren Befall gibt es gleichfalls zugelassene Pflanzenschutzmittel. Nur auf solche zurückgreifen, die die Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen u. a.) schonen.

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Rosarium Uetersen mit großer gefüllter und duftender Blüte.

Geprüfte Rosen


Die Rosenzüchter wissen um den Kampf der Königin der Blumen mit den Pilzkrankheiten. Daher ist ihr oberstes Zuchtziel eine möglichst große Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge. Weitere Auslesekriterien sind robuste Pflanzen, Farbe, Duft, Reichblütigkeit und Frosthärte. Die Züchter lassen neue Sorten in der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung, ADR, an 11 unabhängigen Prüfungsgärten in Deutschland unter Federführung des Bundessortenamtes prüfen. Sorten, die nach mehrjähriger Prüfung die strengen Auslesekriterien erfüllen, erhalten das ADR-Zeichen. Das Zeichen ist somit eine Hilfe bei der Auswahl von Sorten. Eine Auflistung der ADR-Rosensorten ist zu finden unter www.adr-rose.de .

W. Opitz
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