Edler Schlinger für Hauswand, Pergola und mehr
| Ein kahler Kiefernstamm wird mit der Clematis montana „Rubens“ zu einer blühenden Säule. |
Die Waldrebe gehört neben den Kletterrosen und dem Blauregen zu den schönsten Schlinggehölzen. Daher wird sie auch verschiedentlich als Königin der Kletterpflanzen bezeichnet. Es sind der eindrucksvolle Blütenreichtum und die große Farb- und Formenpalette, die sie für unsere Gärten so attraktiv und beliebt werden ließ. Dieser Reichtum an Blütenfarben und -formen, der unter den Schlingern einmalig ist, gründet sich auf ihre große Artenvielfalt. | Clematis Hybride „Lasurstern“ |
Von der Clematis, so der botanische Name der Waldrebe, gibt es nicht weniger als 250 verschiedene Arten, die nahezu über die ganze Erde verbreitet sind. Durch Züchtungen sind aus diesen Arten wiederum zahlreiche Sorten hervorgegangen. Daher finden wir ein breites Spektrum von Blütenfarben, das nur wenige Pflanzenarten aufweisen – die Palette reicht von Weiß über Gelb, Rosa, Rot, Hell- und Dunkelblau bis Lila sowie Rotgestreift. Während sich die Wildarten oft durch glockenförmige, nickende, elegant wirkende oder kleine, einfache Blüten auszeichnen, stechen bei den Hybrid-Sorten vor allem deren große tellerförmige Einzelblüten hervor. Viele Wildarten zeichnen sich darüber hinaus durch ein starkes Wachstum und fedrig-silbrige Fruchtstände aus.
| Clematis Hybride „Nelly Moser“ beeindruckt durch ihre großen farbenprächtigen Blüten. |
Verwendung
Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielseitig. Hauswände, Mauern, Lauben und Pergolen verwandeln sich mit Clematis in begrünte, blühende Wände. Aber auch lichte Bäume und Sträucher lassen sich gut mit dieser Kletterpflanze beranken. Diese Vergesellschaftung entspricht ihrem natürlichem Verhalten. Die Pflanzen sind auf Kletterhilfen, wie ein Gerüst oder Spanndrähte, angewiesen, wo sie sich mit Hilfe ihrer Blattranken festhalten und nach oben wachsen können. Um optimale Kletterbedingungen zu schaffen, sollten die Streben der Klettergerüste nicht mehr als 2 cm Ø haben. Wenn die stärker wachsenden Clematissorten den Höhepunkt eines Gerüstes, zum Beispiel einer Pergola erreicht haben, wallen sie über diese hinweg und hängen auf der anderen Seite herunter. Sie breiten sich also auch in der Waagrechten und nach unten aus. Die Wuchsstärke ist bei den rankenden Sorten unterschiedlich. Es gibt Sorten, die eine Höhe von 2 bis 2,5 m und auch 6 bis 9 m und mehr erreichen. Die gewöhnliche Waldrebe klettert unter guten Bedingungen in Bäumen sogar bis zu 30 m hoch.
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| Clematis „Jackmannii Superba“ in Gesellschaft mit Cotoneaster horizontalis. |
Ansprüche
Ihr Name „Waldrebe“ lässt auch Rückschlüsse auf die Ansprüche der Pflanze zu. Sie wächst vornehmlich an Waldrändern und rankt sich an den Bäumen empor, wo sie in Licht und Sonne ihre Blüten entfaltet. Der Wohlfühlspruch für den Menschen: „Füße warm, Kopf kalt, dann wirst Du alt“, gilt im umgekehrten Sinne für die Clematis. Der Fuß der Pflanze soll nicht der Sonne ausgesetzt, sondern beschattet sein. Dies erfolgt durch eine Abpflanzung mit Stauden, wie Pachysandra oder dem Kaukasus-Storchschnabel (Geranium magnificum), oder auch niedrigen Gehölzen, wie Mahonien oder Potentilla. Halbschattige Lagen werden besser vertragen als die volle Südseite. Auch auf der Nordseite des Hauses ist eine erfolgreiche Pflanzung möglich. Der Boden soll humos, durchlässig und zwischen schwachsauer bis alkalisch sein. Da die Pflanzen in Töpfen mit vollem Wurzelballen verkauf werden, kann die Pflanzung vom Frühjahr bis zum Herbst (die Pflanze sollte vor dem Winter noch gut einwachsen) erfolgen. Die Pflanzstelle wird mit Komposterde oder Rindenmulch abgedeckt. Besonders frisch gepflanzte Clematis sind gegen Trockenheit empfindlich (gießen).
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| Akeleiförmige Blüten bildet C. acropetala „Blue Bird“ aus. |
Clematiswelke
Von Gartenbesitzern ist immer wieder zu hören, dass ihre Clematis welken und absterben. Diese Clematiswelke wird durch einen Pilz verursacht. Er ist der Grund dafür, dass mancher Gartenbesitzer keine Clematis mehr pflanzt. Der Pilz befällt hauptsächlich die großblütigen Hybridsorten. Um die Risiken des Befalls zu mindern ist für ausreichende Bewässerung und Düngung zu sorgen. Durch das tiefere Pflanzen (der Boden des oberen Topfrandes kommt 10 cm tief in den Boden) werden die sog. Schlafenden Augen geschützt. Diese treiben aus für den Fall, dass die oberen Triebe absterben, nachdem diese weggeschnitten und entsorgt wurden.
Bei den Wildformen ist bisher keine Welke bekannt. Hierzu zählen die Sorten von Clematis alpina, C.macropetala, C. montana, und C. viticella. Wer mit dem Aufziehen von großblütigen Hybridsorten gescheitert ist, aber gern den schönen Schlinger in seinem Garten hätte, sollte Sorten der oben genannten Wildformen wählen.
W.O.