Rhododendron mit prächtiger Blüte
| Fantastica: Gewinner der Goldmedaille auf der Bundesgartenschau |
Rhododendren gehören mit zu den schönsten Blütengehölzen, die uns für die Bepflanzung unserer Gärten zur Verfügung stehen. Ihre Kulturansprüche lassen sich von den Standorten in den Ursprungs- und Hauptverbreitungsgebieten – China, Tibet, Nepal – ableiten. Dort wachsen Rhododendron an Berghängen in kühlen Lagen mit hoher Luftfeuchte auf einem humusreichen, sauren Boden.  |
Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, um so mehr Sonne vertragen die Rhododendren. Am günstigsten steht diese Pflanzenart in einer leicht schattigen und windgeschützten Lage. Besonders vor der heißen Mittagssonne sollten Rhododendren geschützt sein. Als Schattenspender eignen sich Bäume mit tiefgehenden Wurzeln, wie Eiche, Ginkgo, Goldregen, Baumhasel, Zierkirschen und Zieräpfel sowie Kiefern- und Tannenarten. Flachwurzler, wie zum Beispiel Birken, würden den Rhododendren die Nährstoffe und die Feuchtigkeit wegnehmen. Gehölzpflanzungen bieten auch Schutz vor scharfen, austrocknenden Winden, die von den Pflanzen nicht vertragen werden. Zugige Hausecken sind daher kein geeigneter Standort. Da Rhododendren grundsätzlich auch in schattiger Lage wachsen, passen sie auch an die Nordseite von Gebäuden. Ein zu lichtarmer Standort ist jedoch nicht zu empfehlen, da hier der Knospenansatz zurückgeht und die Pflanzen verkahlen.
| Hachmanns Charmant: Ein schönes Farbspiel mit langer Blühdauer. |
Bodenansprüche
Der Boden für Rhododendren sollte humusreich, locker und feucht sein. Gegen stauende Nässe und Bodenverdichtung sind die Pflanzen in hohem Maße empfindlich. Die Pflanzen brauchen einen verhältnismäßig sauren Boden. Als günstigster Bereich hat sich ein pH-Wert von 4,5 bis 5,5 erwiesen. Bei pH-Werten über 6 lässt das Wachstum nach und es treten Chlorosen (Aufhellen bzw. Gelbverfärbung der Blätter) auf. Humose, sandige und auch sandige Lehmböden lassen sich, soweit der optimale pH-Wert nicht vorhanden ist, durch Zugabe von Torfmull in den richtigen pH-Bereich bringen. Bei diesen Böden liegt man in der Regel richtig, wenn man eine Pflanzgrube aushebt, die etwa viermal so groß und doppelt so tief wie der Wurzelballen ist. Diese Erde wird mit etwa der gleichen Menge Torfmull gemischt. Sollen mehrere Büsche auf der gleichen Fläche gepflanzt werden, ist es einfacher in die gesamte Fläche Torf einzuarbeiten. Schwieriger wird eine pH-Wert-Absenkung und Bodenverbesserung bei schweren Lehmböden. In diesem Fall sollten etwa die Hälfte bis zwei Drittel des Bodens 40 bis 60 cm tief, von den Pflanzbeeten gegen Torf ausgetauscht und dieser mit der verbleibenden Erde vermischt werden. Bei ausgesprochen tonigen Böden ist ein völliger Bodenaushub auf der gesamten Pflanzfläche, 50 bis 60 cm tief, erforderlich. Der Untergrund wird umgegraben. Darauf kommen etwa 20 cm grober Kies zwecks besserer Drainage. Aufgefüllt wird mit humosem sauren Boden oder einem Torf-Sand-Gemisch (3 zu 1).
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| Rhododendron-Schaugarten in Bramstedt |
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| Lachsgold: Auch bei Sonne und Wind gut haltbare Blütenpracht. |
Neuzüchtung für Böden im schwachsauren Bereich
Sie tragen die Bezeichnung INKARHO-Rhododendron. Es handelt sich hierbei um Rhododendron-Pflanzen, die durch Veredlung (Kombination) einer Sorte mit einer speziellen Wurzelunterlage herangezogen wurden. Diese Veredlungs-Unterlagen haben den Vorteil, dass die für sie optimale Bodenreaktion zwischen 5,5 und 6,5 pH und damit um 1,5 bis 2,0 pH höher als bei herkömmlichen Rhododendren liegt. Außerdem entwickeln diese Pflanzen ein besonders kräftiges Wurzelwerk. Leichte, humose Gartenböden brauchen bei diesen Pflanzen unter Umständen keine oder nur eine geringe Verbesserung mit Torf. Bei schwereren Lehmböden kann die Torfbeimischung gegenüber bisher halbiert werden. Die neuen Wurzel-Unterlagen wurden in nahezu 20jähriger Züchtungsarbeit an der Bundesforschungsanstalt für Zierpflanzenzüchtung in Ahrensburg aus mehr als 1,8 Millionen Sämlingspflanzen selektiert. Inzwischen sind viele bekannte Sorten als INKARHO-Rhododendron im Fachhandel erhältlich.
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| Feuerwerk: Mit ihrer feuerroten Blüte bringt sie einen strahlenden Farbfleck in den Garten. |
Rhododendron brauchen reichlich Dünger
Rhododendren gehören zu den Gehölzen mit einem hohen Nährstoffbedarf. Da sie kein weitverzweigtes Wurzelwerk ausbilden, können sie sich ihre Nährstoffe auch nicht von weiter her heranholen. Eine regelmäßige, ausreichende Düngung ist somit Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Pflanzen und reichen Blütenansatz. Empfohlen werden chloridarme Volldünger, wie Nitrophoska perfekt. Gedüngt wird Ende März/April, etwa 50 gr/m2 und als Nachdüngung Ende Juni Anfang Juli, etwa 40 gr/m2. Enfacher ist die einmalige Gabe eines Langzeitdüngers, etwa 90 gr/m2, wie Osmocote Rhododendrondünger, oder eines anderen Langzeitdüngers. Zusätzlich werden im Frühjahr etwa 60 gr/m2 Hornspäne als organische Düngung gegeben.
| Rosalind: Ein Blütenknaller in rosa und sehr winterhart. |
===TTIEL===
Eine gute Pflanzzeit ist der Mai. Die Pflanzen werden nicht tiefer gesetzt, als sie vorher gestanden haben. Eine 3 bis 5 cm dicke Mulchschicht aus Torf oder abgelagertem Rindenkompost hält den Boden länger feucht und vermindert zugleich Unkrautwuchs. Nach der Blüte werden, vor allem bei den jüngeren Pflanzen, die abgewelkten Blütenstände vorsichtig ausgebrochen, damit die Pflanzen nicht durch die Ausbildung von Samen geschwächt werden.
| Goldtopas: Effektvoll von nah und fern. |
Kleine Sorten-Auswahl
Von den zahlreichen Sorten soll besonders auf die Yakushimanum-Hybriden hingewiesen werden. Diese Sorten sind vor allem auch gut geeignet für kleinere Gärten und für Grabbepflanzungen, da sie sich durch einen langsamen und kompakten Wuchs auszeichnen. Ein weiterer Vorteil ist ihre große Farbenvielfalt und ihre ausgesprochen reiche Blüte.
W. Opitz