Mehr Platz für Nachfrühlingsboten
Waren es nach langer Winterzeit zuerst die Kätzchenträger wie Hasel, Weiden, Pappeln, die den Frühling ankündigten, folgt im Jahresrhythmus die Schar anmutiger Blütensträucher, die sich uns zur Bereicherung des Gartenerlebnisses anbieten. Gartengedanken Gelegentlich Veränderungen im Garten durchzuführen, dürfte der Wunsch vieler Gartenfreunde sein, um gewonnene Eindrücke und Vorstellungen zu verwirklichen. Keine Gartenfläche muss jedoch das Spiegelbild einer anderen sein. Nach Ausführung sollte er ein neues befriedigendes Bild ergeben, da in der Gestaltung artgleiche eintönig und nüchtern wirken.
Pflanzhinweise – Abstände Werden Pflanzungen kleineren Ausmaßes im Hausgarten vorgenommen, sind Pflanzabstände von 1,50 m bei Gehölzen (Sträuchern) einzuhalten. Bei flächenmäßig größeren Vorhaben sind die Junggehölze näher zu setzen, damit sie sich gegenseitig schneller hochtreiben. Nach zwei bis drei Jahren wird jeder zweite Strauch aufgenommen und verpflanzt, um sich am anderen Platz wüchsig zu entwickeln.
Erfahrungsgemäß setzt jede erfolgreiche Gartenarbeit in der Regel eine günstige Bodenbeschaffenheit voraus. Bis auf die kalkmeidenden immergrünen Rhododendren (Azalea), für die ein Boden mit hohem Anteil an organischem Material der optimale Zustand ist, beanspruchen viele bewährte Blütensträucher einen Boden mit lockerer krümeliger Struktur; andernfalls sind gründliche Bodenverbesserungen vorzunehmen.
Dekorative Blütensträucher mit vielseitiger Verwendung Ranunkelstrauch, Kerria Ist das Blütengelb unserer Gartenstauden eine häufige Erscheinung, so tritt dieses Farbmerkmal unter den Holzgewächsen weit weniger auf. K. japonica, ein anspruchloses winterhartes Gehölz, zählt zu den Rosengewächsen und blüht mit einfachen dottergelben Blüten – ähnlich einer kleinen Wildrosenart – im Mai. Von breitbuschigem Wuchs und 0,80 bis 1,20 m Höhe zeigt die Kerrie einen frühen Austrieb im April und bildet mit basisreichem Austrieb geschlossene Bestände. Beheimatet in Ostasien (China) ist das kalkholde Gehölz für sonnige bis halbschattige Plätze zu empfehlen. Reizvoll noch ‘Pleniflora’ mit gefüllter Blüte und Nachblüte.
Zier-Äpfel, Malus-Arten Neben dem Nutzwert der Obstsorten und deren farbigem Fruchtschmuck ist die Schmuckwirkung ihrer Blüten nicht zu unterschätzen. Ihre hohe Zeit fällt in den Mai. Rötlich in der Knospe leuchten die Sorten in reinweißen, roten und dunkelrosa Farben. Aus ihren Früchten lassen sich Gelées und Mus zubereiten. Die Zahl der Züchtungen ist einzigartig. Nennenswert der Vielblütige Apfel, M. floribunda, frühblühend, Früchte kugelig, gelb. Höhe 4 bis 6 Meter. Mit rotbraunem Austrieb M. x purpurea ‘Eleyi’. Blüten purpurrot, eine beliebe Sorte.
Radspiere, Exochorda Der mit den Rosen verwandte Blütenstrauch, Exochorda ist noch wenig bekannt, kann aber mit dem Flor der Zier-Äpfel und -Kirschen jederzeit konkurrieren. Auch Perlbusch bezeichnet, verdankt er dieses Attribut den reinweißen Blüten, welche Perlengehängen gleichen. Die „Chinesin“ E. x macrantha, erreicht eine Höhe von bis zu 2 m und hat einen leicht übergeneigten Wuchs. Mit der Sorte „The Bride“ gefällt sie in Einzelstellung zwischen Blütenstauden und eignet sich für kleinere Gärten. Widerstandsfähig gegen Blütenfröste. Leicht von unten verkahlend, daher vorsichtiger Rückschnitt nach der Blüte.
Schattenglöckchen, Pieris Handelsüblich noch unter Lavendelheide geführt, entfaltet der Frühlingsblüher im Mai leicht überhängende krugförmige Einzelblüten in Rispenform. Verwandtschaftlich wird die Immergrüne den Heidekrautgewächsen zugeordnet. Bereits im Spätsommer des Vorjahres setzt das Kleingehölz von 1,50 m Höhe zahlreiche Blütenknospen an, die der Winterkälte trotzen. Bodenmäßig kalkmeidend verträgt es sich mit der Zahl der Rhododendronsorten, allen jenen, die saure Böden für ihr Wachstum voraussetzen. Zumeist vertreten P. japonica, mit der im Austrieb rotlaubigen Sorte ‘Forest Flame’.
Tamariske, Tamarix Ihr natürliches Verbreitungsgebiet haben die Tamarisken im Mittelmeergebiet bis zum Balkan. Schnellwüchsige Sträucher mit rutenförmig übergeneigten Zweigen. In seiner Tracht hat der Blütenstrauch mit anliegenden schuppenförmigen Blättern fast ein nadelartiges Aussehen. Malerisch zur Blütezeit im Mai, wenn am sonnigen Platz der Strauch von rosa Blüten fast erdrückt wird. T. tetrandra ist die bekannteste Art. Bevorzugt kalkfreie Böden. Abgeblühte Zweige nach der Blüte stärker zurückschneiden.
v.E.