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Autor
W. O.

Ein Feuerwerk der Farben: Ahorn


Sepember 2003 Keine andere Gehölz-Gattung ist in ihrem Erscheinungsbild so breit gefächert wie die 150 verschiedenen Ahorn-Arten. Erhebliche Unterschiede liegen in der Größe, die die einzelnen Arten erreichen. Sie variieren zwischen nur 2 m groß werdenden Zwergsträuchern und stattlichen Baumriesen mit bis zu 40 m Höhe und 25 m Breite, zu denen der Berg-Ahorn heranwächst.


Eines der prächtigsten Herbstkleider trägt der Eisenhutblättrige Japan-Ahorn, Acer japonicum 'Aconitifolium'.
© Opitz
Eines der prächtigsten Herbstkleider trägt der Eisenhutblättrige Japan-Ahorn, Acer japonicum 'Aconitifolium'.
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Kennzeichnend für den Ahorn ist das breite Farbenspiel der Blätter. Besonders auffallend ist ihre intensive Herbstfärbung. Sie drückt bei uns den Gärten, Parks und Straßenzügen sowie in Nord-Amerika ganzen Landschaften - bekannt als Indien-Summer - mit den leuchtenden Rot- bis Gelbtönen ihren prächtigen Farbstempel auf. Darüber hinaus gibt es Arten, die durch ihre interessant gezeichnete Rinde auffallen. Der Gattung gehören zahlreiche Arten und Sorten an, die zu den schönsten Schmuckstücken für den Garten gezählt werden können.

Hierzu gehört unter anderem der Eisenhutblättrige Japan-Ahorn, Acer japonicum 'Aconitifolium'. Er ist ein breitbuschig, locker aufgebauter Strauch mit kurzem Stamm, 3 bis 4 m hoch werdend. Die Blätter sind sehr dekorativ, stark gelappt und sehen denen des Eisenhutes ähnlich. Diesen Ahorn zeichnet eine außergewöhnlich schöne intensive Herbstfärbung von leuchtend Orangerot bis feurig Weinrot aus. Gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter schmückt sich der Strauch mit kurzen purpurnen Blütentrauben und deren leuchtendgelben Staubgefäßen. Die daraus entstehenden Fruchtflügel sind glänzend rot. Der Japan-Ahorn gedeiht am besten in voller Sonne, jedoch auch noch gut im Halbschatten. Der Boden sollte humos und durchlässig sein. Optimal ist ein schwachsaurer Bereich. Der prächtige Strauch ist auch für kleinere Gärten gut geeignet. Er erhält im Garten eine exponierte Einzelstellung im Rasen oder vor der Terrasse oder in einem Staudenbeet.

Bei uns etwa 4 m groß wird der Fächer-Ahorn, Acer palmatum. Bei guten Standortverhältnissen kann er im hohen Alter auch bis zu 7 m erreichen. Der aus Japan und Korea stammende baumartige Strauch wächst breitbuschig mit schirmartig geneigten Ästen. Die Blätter haben eine leuchtend orange bis rote Herbstfärbung. Aus den purpur gefärbten Blütentrauben entstehen attraktive rote, später braune Fruchtflügel. Der Fächer-Ahorn gehört gleichfalls zu den Besonderheiten, die als Solitärgehölz gepflanzt werden.

Vom Fächer-Ahorn gibt es noch weitere Gartenformen, wie die rotblättrige Sorte Acer palmatum 'Atropurpureum'. Auch diese ist ein kleiner malerischer baumartiger Strauch, der meist nur 3 bis 4 m hoch wird. Er hat im Sommer dunkelrot gefärbte Blätter, die im Herbst in ein leuchtendes Karminrot übergehen. Dieser schöne schwachwüchsige Strauch ist auch gut zur Bepflanzung von Innenhöfen und von großen Gefäßen geeignet.

Besonders hinzuweisen ist auf den Fächer-Ahorn 'Osazuki'. Der aufrecht und auch breitbuschig wachsende Strauch erreicht gleichfalls meist nur eine Höhe von 3 bis 4 m. Diese Sorte gehört ebenfalls zu den Juwelen der Ahorn-Gattung. 'Osazuki' hat von allen FächerAhorn Sorten die brillanteste - karminrote - Herbstfärbung. Da das Laub relativ spät abfällt, bildet der Baum über längere Zeit einen bunten herbstlichen Blickpunkt.

Roter Schlitz-Ahorn
© Opitz
Roter Schlitz-Ahorn
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Zu den Fächer-Ahorn-Arten gehören auch sehr schöne, stark geschlitzt-blättrige Formen, A. palmatum 'Dissectum'. Sie bilden gleichfalls malerische Sträucher von 2 bis 4 m Höhe. Die fein geschlitzten, je nach Sorte grünen oder roten Blätter, trocknen jedoch an den Blattspitzen leicht aus und sollten daher nur in gut windgeschützter - leicht schattiger Lage - wie z. B. in Innenhöfen, gepflanzt werden.

A. japonicum 'Aureum' mit seinen flach wachsenden Zweigen.
© Opitz
A. japonicum 'Aureum' mit seinen flach wachsenden Zweigen.
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Alle japanischen Fächer-Ahorne lieben warme, windgeschützte sonnige Lagen, besser noch lichten Halbschatten. Ein lichter, halbschattiger Standort sollte besonders auf leichtem, sandigem Boden gewählt werden. Da die Wurzeln sehr flach im Oberboden wachsen, empfiehlt es sich im Sommer bei längerer Trockenheit ab und an zu gießen. Der Boden sollte humos sein und im neutralen bis sauren Bereich liegen. Schwere Böden und volle Schattenlage werden nicht vertragen. Eher treten leicht Frostschäden und Pilzkrankheiten auf. Die empfindlichen japanischen Fächer-Ahorne werden am besten im Frühjahr gepflanzt. Der Boden der frisch gepflanzten Sträucher wird mit Laub oder Komposterde abgedeckt und so den Wurzeln zusätzlicher Schutz gegeben.

Für kleinere Gärten gut geeignet ist auch Acer japonicum 'Aureum', der jetzt die neue Bezeichnung Acer shirasowanum 'Aureum' führt. Die mittelhohen Sträucher oder auch Bäume mit kurzen Stämmen werden etwa 2,5 bis 4,5 m hoch und wachsen sehr langsam. Aus Holland ist ein Exemplar bekannt, das in 110 Jahren nur eine Größe von 5 m erreicht hat. Mit seinen flach gestellten, fächerartig wachsenden Zweigen gibt er ein sehr malerisches Bild ab, das durch die grünlich-gelben Blätter im Sommer und die gelb-orange bis rötliche Herbstfärbung noch unterstrichen wird. Auch dieses edle Gehölz kommt am besten im freien (solitären) Stand zur Geltung. Da das Laub gegen zu intensive Sonneneinstrahlung empfindlich ist, sollte eine leicht schattige Lage gewählt werden.

Zu den robusteren Arten gehört der Feuer-Ahorn, Acer ginnala. Er wächst strauch-, mitunter auch baumartig und wird 5 bis 7 m hoch. Der Feuer-Ahorn hat keine besonderen Ansprüche an den Boden, sehr kalkhaltige Böden und Staunässe werden jedoch nicht vertragen. Der Strauch gilt als sehr frosthart sowie windfest und gedeiht sowohl in der vollen Sonne als auch im Halbschatten. Im Garten ist der Feuer-Ahorn sowohl zur Abpflanzung mit anderen Gehölzen als Sicht- und Windschutz als auch in Einzelstellung geeignet. Im Herbst - besonders in sonniger Lage - beeindruckt seine feuerrote bis goldgelbe Blattfärbung.

Gleichfalls weniger anspruchsvoll ist der Silbereschen Ahorn, Acer negundo 'Variegatum'. Dieser kleinkronige Baum oder Großstrauch hat grüne unregelmäßig weiß gerandete oder gefleckte Blätter, die nach dem Austrieb oft rosa Ränder aufweisen. Der Eschen-Ahorn verlangt eine sonnige bis halbschattige, windgeschützte Lage. Er toleriert sowohl trockenere als auch nassere Böden und ist kalkverträglich.

Die Sorte Acer negundo 'Aureo-Variegatum', der Goldeschen-Ahorn, wächst etwas schwächer als die oben genannte Sorte und hat die gleichen Ansprüche. Er unterscheidet sich von der obigen Sorte durch seine dunkelgrünen mit unregelmäßigen goldgelben Flecken versehenen Blätter. Beide Sorten eignen sich mit ihrem farbigen Laub als kleinkronige Bäume oder größere Sträucher zur Einzelstellung und zur lockeren Abpflanzung mit anderen Gehölzen.

Auffallend beim Rostbart-Ahorn ist seine olivgrüne Rinde mit weißen Längsstreifen und die karminrote Herbstfärbung.
© Opitz
Auffallend beim Rostbart-Ahorn ist seine olivgrüne Rinde mit weißen Längsstreifen und die karminrote Herbstfärbung.
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Der aus den Bergwäldern in Japan stammende Rostbart-Ahorn, Acer rufinerve, fällt besonders mit seiner olivgrünen Rinde, die mit weißen Längsstreifen gezeichnet, ist ins Auge. Der kleine Baum, meist aber mehrstämmige etwa 6 bis 8 m hoch werdende Großstrauch, bevorzugt eine sonnige bis halbschattige Lage, einen nährstoffreichen Boden und ist gut frosthart. Neben der auffälligen Rinde zeichnet sich der Rostbart-Ahorn durch eine schöne karminrote Herbstfärbung aus. Er sollte einen Einzelplatz an gut sichtbarer Stelle erhalten.

Das gilt auch für den Zimt-Ahorn, Acer griseum, der zu den botanischen Besonderheiten zählt. Er ist ein langsam wachsender kleiner, locker aufgebauter Baum oder Großstrauch, der in 40 Jahren nur etwa 6 m Höhe erreicht. Auffällig ist seine zimtfarbene bis rotbraune, papierartig sich abrollende Rinde, die vor allem im Winter sehr schön zur Geltung kommt. Auf nicht zu schwerem Boden und in sonniger Lage ist die karminrote Herbstfärbung am besten ausgeprägt.

Zur Unterpflanzung bei den verschiedenen Ahorn-Arten eignen sich gut das bodendeckende, nur etwa 15 cm hoch werdende blau blühende Gedenkemein (Omphalodes vema), oder auch die Schaumblüte (Tiarella cordifolia), die mit weißen Blütenkerzen einen gut aussehenden, etwa 20 cm hohen, Staudenteppich bildet.

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Ahorn, Eisenhutblättrige Japan-Ahorn, Feuer-Ahorn, Fächer-Ahorn, Goldeschen-Ahorn, Rostbart-Ahorn, Silbereschen Ahorn, Zimt-Ahorn

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